Amstettner Bad-Debatte: „Traglufthalle wäre die Lösung“. Bernhard Keller schlägt vor, Sportbecken im Freigelände zu errichten und auch für den Winter nutzbar zu machen.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 12. Mai 2021 (05:17)
Ein zusätzliches Sportbecken im Freigelände, das mit einer Traglufthalle winterfest gemacht wird, wäre für Bernhard Keller die ideale Lösung um Sportlern, Vereinen und Schulen auch während des Hallenbadneubaus das Schwimmen zu ermöglichen.
montage: Anton Kovacs, montage: Anton Kovacs

Mit einem neuen Vorschlag heizt Bernhard Keller die Diskussion um die Zukunft des Naturbades an. Er schlägt vor, noch vor dem Umbau des Hallenbades außen ein Sportbecken mit vier 25-Meter-Bahnen zu errichten und im Winter eine Traglufthalle darüber zu stellen. „Das wäre die Lösung. Denn dann könnten die Sportler trainieren, es wären Schwimmkurse möglich und auch der Schwimmunterricht der Schulen“, sagt der Obmann des Schwimm- und Triathlonvereines RATS Amstetten.

Die Kosten für das Freibecken könne man beim Neubau des Hallenbades zum Teil wieder hereinbringen, weil man dort dann wie bisher mit vier Bahnen das Auslangen finden würde. „Und gerade die Vergrößerung des bestehenden Beckens von vier auf sechs Bahnen ist sicher sehr kostenintensiv“, sagt Keller. Er sieht in seinem Vorschlag nur Vorteile: „Im Sommer könnten Vereine und Schulen das Becken im Hallenbad nutzen, womit das Freibecken den Badebesuchern zur Verfügung stünde, im Winter wäre es dann genau umgekehrt.“

Traglufthalle auch für Schulen von Nutzen

Eine Traglufthalle auf- und abzubauen sei keine große Sache und auch die Kosten dafür würden sich in Grenzen halten. „Ich weiß von einer Halle, die vier Mal so groß ist wie die, die wir brauchen, und die hat 260.000 Euro gekostet“, sagt Keller. Er hat seinen Vorschlag auch schon mit den Direktoren der Amstettner Schulen besprochen. „Und da bin ich grundsätzlich auf Zustimmung gestoßen. Zwei Jahre ohne die Möglichkeit, Schwimmunterricht abzuhalten, ist für sie alle ein großes Problem. Daher würden sie diese Lösung begrüßen“, sagt Keller.

Das bestätigt der Direktor der Bildungsanstalt für Elementarpädagogik, Christof Laumer. „Wir haben den Schwimmunterricht ja verpflichtend im Lehrplan. Er ist Teil der Berufsausbildung. Wenn er wegen des Umbaus zwei Jahre lang ausfällt, ist das ein großes Problem“, sagt der Pädagoge. Normalerweise finde der Schwimmunterricht im zweiten Jahrgang statt.

Die betroffenen Schüler müssten ihn dann eben im vierten und fünften Jahrgang absolvieren. „Das würde für uns aber eine gravierende Änderung der Stundentafel bedeuten. Ich habe das mit der zuständigen Kollegin auch schon durchgesprochen“, erklärt Laumer. Jede Lösung, die auch in den kommenden zwei Jahren einen regulären Schwimmunterricht ermögliche, sei ihm natürlich willkommen.

Keller rechnet vor, dass in Summe rund 2.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene (Sportler, Mitglieder von Vereinen, Teilnehmer diverser Schwimmkurse und natürlich die Amstettner Schüler) das Sportbecken regelmäßig nutzen und somit einen Beitrag zur Refinanzierung des Beckens leisten würden. „Die Volksschulen und auch die Schulen aus der Umgebung habe ich da noch gar nicht mitgerechnet. Und die wurden ,meines Wissens‘ auch noch nicht gefragt, was sie benötigen würden “, sagt Keller.

Kleiner Sidestep: Die Stadt St. Pölten will schon in der kommenden Wintersaison ihr Freibad „Citysplash“ mit einer Traglufthalle für Sportler und Schulen nutzbar machen. Geschätzte Kosten: 700.000 Euro.