Wahl riskiert eine Klage. Über die Nachwehen der Gemeinderatswahl.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 04. Februar 2020 (03:40)

Jürgen Wahl erhebt Vorwürfe gegen die ÖVP, die über das übliche Polithickhack weit hinausgehen. Er gibt an, von der Volkspartei über Jahre hinweg Geld bekommen zu haben, um auf seiner Facebook-Seite die Amstettner SPÖ schlecht zu
machen. Wahl ist sich bewusst, dass ihm diese Behauptung vermutlich eine Klage einbringen wird, dennoch hielt er gegenüber der NÖN hartnäckig daran fest: Er werde vor Gericht den Wahrheitsbeweis antreten!

Für die ÖVP gilt natürlich die Unschuldsvermutung.

Politisch spielt sich Wahl mit dem Eingeständnis selbst endgültig ins Abseits. Denn wie glaubwürdig ist er künftig noch als „Anwalt der Bürger“, wenn er sich selbst bezichtigt „käuflich“ zu sein?

Man darf die Causa allerdings politisch auch nicht überbewerten. Denn wahlentscheidend waren letztlich bestimmt nicht irgendwelche Facebook-Postings. Die Amstettner Sozialdemokraten müssen die Ursachen für ihr Debakel in erster Linie schon bei sich selbst suchen.