Zuerst sollte geredet werden. Hermann Knapp über die Kürzungen bei der Frauenberatung.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 19. Juni 2018 (04:48)

Der Familienberatungsstelle Mostviertel wurde vom Ministerium das Budget offenbar ohne Vorankündigung gekürzt. Und nicht einmal auf Nachfrage, so sagt deren Leiterin Sonja Mille, habe man erfahren, in welchem Bereich denn nun gespart werden soll. Eine Auskunft ist nicht zu viel verlangt. Wenn der Familienministerin die Arbeit der Beratungsstelle zu ineffizient erscheint, soll sie auch sagen, warum und wo.

Natürlich kann das Familienministerium als Geldgeber die Mittel kürzen. Statt das überfallsartig zu tun, sollte man aber doch vorher mit den Betroffenen reden und auch genau prüfen, welche Folgen die Einsparung hat. Auch die Länder wurden vom Ministerium im Vorfeld offenbar nicht informiert. Sie sind der Ansicht, dass die Familienberatungsstellen sinnvolle Arbeit leisten und fordern den Bund einhellig auf, auch künftig die nötigen Gelder zur Verfügung zu stellen.

Noch ist es ja auch nicht zu spät: Die Ministerin wäre im Sinne der Sache gut beraten, zurückzurudern und erst einmal alle Betroffenen an den Verhandlungstisch zu holen.