Amstettner Bad-Debatte dauert an

SPÖ und NEOS üben Kritik und wollen Pläne noch abändern. Die ÖVP lehnt das ab.

Erstellt am 20. Oktober 2021 | 03:53
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SPÖ-Vizebürgermeister Gerhard Riegler und SPÖ-Baustadtrat Bernhard Wagner haben noch Einwände gegen die vorliegenden Bad-Pläne. Knackpunkte sind der Wegfall des Sprungturms und der Sauna.
Foto: SPÖ

Gar nicht zufrieden mit den Badplänen ist Norbert Kunz von der Bürgerliste „Für Amstetten“. „Was da gemacht wird, ist wieder nur eine halbe Geschichte und wird in zehn oder fünfzehn Jahren zu klein sein.“ Man müsse jetzt mehr Geld in die Hand nehmen und dafür ein Bad für die nächsten 40 Jahre bauen, mit einem 25-Meter-Schwimmerbecken im Außenbereich, einem Sprungturm und einer großen Röhrenrutsche. „Und im Hallenbad brauchen wir ein Olympiabecken mit acht Bahnen, damit wir auch Bewerbe durchführen können. Eine Saunalandschaft muss ebenfalls her, dann werden wir auch Gäste von auswärts anlocken.“

Keine Zustimmung für die neuen Badpläne gab es bei der Umlaufabstimmung unter den Fraktionen von den Sozialdemokraten. „Unser erstes Etappenziel, die Rettung des Freibades, haben wir erreicht, aber wir sehen noch immer Verbesserungsmöglichkeiten beim neuen Konzept“, sagt Vizebürgermeister Gerhard Riegler. Für ihn ist es „völlig undenkbar“, dass es künftig beim Hallenbad keine Sauna mehr geben soll. „Und viele Menschen, die das eben so sehen, haben sich in den letzten Tagen an uns gewandt“, berichtet der SPÖ-Politiker.

Baustadtrat Bernhard Wagner stört, dass es den Naturteich und vor allem den Sprungturm nicht mehr geben wird, der gerade für die Jugend ein Highlight gewesen sei. „So nehmen wir satte 19 Millionen Euro in die Hand und bauen ein Bad, bei dem viele Menschen auf beliebte Attraktionen verzichten müssen“, sagt der SPÖ-Politiker und fordert eine neuerliche Adaptierung der Pläne. „Ziel muss es ja sein, am Ende ein Projekt zu haben, hinter dem alle Fraktionen stehen und das den Menschen in Amstetten wirklich Freude macht.“

Auch die NEOS haben den Badplänen nicht zugestimmt. „Aus unserer Sicht ist das Projekt zu teuer. Es fehlt ein Schwimmerbecken im Außenbereich und es fehlen Beschattungselemente. Summa summarum ist der Plan mangelhaft und unausgegoren“, sagt Parteisprecher Daniel Gieber.

Für ÖVP-Vizebürgermeister Markus Brandstetter sind die Pläne allerdings ausgereift. „Das neue Amstettner Stadtbad berücksichtigt ganz die Wünsche der Bevölkerung. Wir hatten im Vorfeld viele gute Gespräche mit Politik, Experten, Schulen und Vereinsvertretern. Es entsteht ein Bad für alle Generationen, das auch Badespaß garantiert“, sagt er.

Es obliege nun jeder Fraktion, zu entscheiden, ob sie ein Zukunftsprojekt mittragen wolle oder sich generell gegen ein neues Bad stelle. „Die positiven Rückmeldungen der Bürger zeigen uns als Stadtregierung, dass wir hier die richtigen Entscheidungen getroffen haben und ich sage Danke an alle, die mit viel Herzblut aktiv mitgearbeitet haben.“

Bürgermeister Christian Haberhauer betont, dass über eine neue Sauna in Amstetten im Zuge des Sportkonzeptes gesprochen werden soll. „Sie muss ja nicht beim Bad angesiedelt sein, sondern könnte auch beim Kerschner-Areal oder im Bereich des Umdaschstadions entstehen.“