Bezirk Amstetten: Melodien gegen die Monotonie. Seit einem Jahr keine Auftritte wegen Corona. Unterrichtet wird aber trotz der vielen Herausforderungen.

Von Peter Führer. Erstellt am 14. April 2021 (05:34)
Neuhofens Musikschulleiter Zoltan Pito hofft, dass bald wieder Präsenzunterricht möglich ist.  Fotos: Andrea Pito/Schule
Andrea Pito/Schule

Der Lockdown erschwert den Musikschulen den Unterricht. Auch in Neuhofen steht derzeit Distance Learning auf dem Programm. Das läuft, wie Musikschulleiter Zoltan Pito berichtet, großteils über WhatsApp-Videotelefonie ab. Darauf haben sich Schule und Eltern geeinigt. „Die Eltern waren mit dieser Variante einverstanden, WhatsApp ist ihnen sogar lieber als die anderen Möglichkeiten wie Skype oder Zoom“, erklärt Pito.

Nur vereinzelt kommt es aufgrund einer schwachen Internetverbindung zu Problemen. Hier werden die Beiträge auch rückerstattet. Es gäbe vier Gründe, die ermöglichen, dass aufgrund Distance Learning die Kosten rückerstattet werden.

„Erstens: soziale Gründe, etwa Jobverlust aufgrund der Coronapandemie. Zweitens: technische Gründe, wie eben schlechtes Internet. Hier können wir aber auch, wenn es gewünscht ist, den ‚Stoff’ per Post schicken. Drittens: bei der musikalischen Früherziehung, weil diese im Lockdown nicht möglich ist. Und viertens: fehlendes Instrumentarium, wenn dieses zu Hause nicht zur Verfügung steht. Das betrifft vor allem größere Instrumente“, klärt Pito auf.

„Gerade bei den Kleinen gehen da manchmal etwas die Motivation und die Regelmäßigkeit verloren. Sie leiden schon sehr unter dem Lockdown.“Musikschulleiter Zoltan Pito

Trotz all der digitalen Möglichkeiten hofft Zoltan Pito darauf, dass bald wieder Präsenzunterricht möglich ist. Denn wichtig sei es, regelmäßig sein Können am Instrument zu trainieren. „Gerade bei den Kleineren gehen da manchmal etwas die Motivation und die Regelmäßigeit verloren. Sie leiden schon unter dem Lockdown. Dazu kommt, dass manche eben leider eine schlechte Internetverbindung haben. Dann kann es schon schwierig werden. Es wäre ein großer Wunsch, wenn hier möglichst alle gutes Internet haben“, schildert Pito.

Bei schlechten Verbindungen nimmt er als Lehrer auch Videos auf und schickt diese mit Lehrinhalten an die Schüler. Generell sei die Arbeit als Musiklehrer im Lockdown aufgrund der umfangreicheren Vorbereitungarbeiten deutlich zeitintensiver.

Konzerte und Auftritte fehlen als Ziele

Nicht nur für die Lehrer, sondern auch für die Schüler ist das Distance Learning eine Herausforderung. Samuel Muttenthaler (13) aus Winklarn lernt seit fünf Jahren Posaune an der Musikschule Ybbsfeld. „Natürlich wäre der Präsenzunterricht besser, weil online geht vom Ton schon etwas verloren. Es ist schwieriger, die Motivation hochzuhalten. Auch, weil es keine Konzerte und Veranstaltungen gibt“, so der Jungmusiker, der auch beim heimischen Musikverein aktiv ist.

Übrigens: Für die Posaune entschied er sich, da ihm „der Klang am Besten gefiel. Die Posaune hat mich schon immer angeschaut. Ich habe auch Tuba und Trompete probiert. Die Trompete war mir vom Klang her zu grell, die Tuba zu tief. Die Posaune liegt genau in der Mite.“ Stichwort: das richtige Instrument finden. Oder, aus Sicht der Schulen, die Schüler finden. Das ist in Lockdown-Zeiten kein einfaches Unterfangen.

Üblicherweise stehen ja Schnuppertage oder Musikschulbesuche in den Volksschulen auf dem Programm. Da diese nun ausfallen, braucht es kreative Lösungsansätze, um Schülern die Instrumente und die Schulen zu präsentieren. „Wir waren im Vorjahr die erste Musikschule, die Instrumenten-Vorstellungsvideos gemacht hat. Diese kann man sich auf unserer Homepage anschauen und geben einen Eindruck vom Angebot“, verrät Pito.

Die Videos seien vom Musikschulmanagement als gelungene, kreative Antwort gelobt worden. Als Reaktion auf fehlende Vorspielabende und Konzerte hat sich Pito ebenfalls etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Er hat einen Youtube-Kanal erstellt („Students of ZP“), wo „online-Vorspielabende“ stattfinden. Und zwar mit Songs, die von den Schülern selber geschrieben wurden.

„Die Songs werden von mir professionell vertont und die Schüler spielen dann mit Köpfhörern und dem Playback mit. Das wird zusammengemischt und dann das Video online gestellt. Auch die Eltern und Schüler freuen sich dann riesig, wenn sie das Video sehen“, klärt Pito auf.

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