Euratsfeld: Grüne fordern nun Damm. Grüne sehen sich nach Überflutung in Kritik an Reihenhaus-Projekt in Karling bestätigt.

Von Peter Führer. Erstellt am 28. Juli 2021 (06:01)
Hochwasser
Symbolbild

Das Hochwasser führte in Euratsfeld zu gewaltigen Schäden. Massiv in Mitleidenschaft wurde etwa die Begegnungszone Gafringbach inklusive Stocksportanlage, Beachvolleyballplatz und Spielplatz gezogen. Das Wasser lief auch weiter zu den sich derzeit in Bau befindlichen Reihenhäusern in Karling.

440_0008_8136608_ams30eur_weingartner.jpg
Johann Weingartner, Bürgermeister Euratsfeld
ÖVP, ÖVP

„Auch in den neuen Reihenhäusern in Karling stand im Keller das Wasser. Das Wasser ist auch von außen in die Häuser eingedrungen, der Großteil kam von den Feldern“, erklären Franz Raab und Elisabeth Mock von den Grünen Euratsfeld. Der Damm beim Gafringbach habe zwar gehalten, dennoch sei das Wasser auch von dort gekommen.

Schon vor Jahren haben die Grünen die beiden Projekte ob ihrer Lage und der Hochwassergefahr kritisiert. Jetzt sehe man, dass es bei Starkregenereignissen zu massiven Schäden und damit Kosten für die Öffentlichkeit kommt. „Wir haben immer gesagt, dass es nicht klug ist, hier Geld zu investieren. Der Spielplatz wäre an einem anderen Ort besser aufgehoben. Man hat uns immer als Verhinderer dargestellt, aber das Ganze, was leider passiert ist, gibt uns Recht“, betont Gemeinderätin Elisabeth Mock.

Gemeinderatsanfrage im Jahr 2019

Die Grünen verweisen auch auf eine Anfrage an Bürgermeister Johann Weingartner, zur Frage, ob die Gemeinde bei Hochwasserschäden bei den neuen Reihenhäusern am Areal des alten Fußballplatzes für Hochwasserschäden aufkommen müsste.

Bürgermeister Johann Weingartner teilte damals, im Dezember 2019 mit, „dass das Umwidmungsverfahren erst nach Herstellung der wasserrechtlich bewilligten Hochwassersicherheit erfolgte und dass weder die Gemeinde noch der Wohnbauträger für eventuelle Schäden durch spätere Katastrophenfälle haftbar gemacht werden können.“

Einig sind sich Raab und Mock darüber, dass die theoretischen Modelle, die offensichtlich für die Berechnungen herangezogen wurden und damit etwa das Reihenhaus-Projekt ermöglicht haben, nun durch die Praxis korrigiert werden sollten.

„Man sollte sich das mit den Hochwasserzonen wieder einmal ansehen lassen, etwa vom Land Niederösterreich“, fordern die Grünen-Politiker. Es sei wichtig, die richtigen Lehren und Schlüsse zu ziehen, um für die nächsten Ereignisse besser gerüstet zu sein.

Ein Vorschlag wäre es, das Gebiet an der Straße Richtung Ferschnitz für einen Damm zu nützen, um das Wasser Richtung Gafring zurückzuhalten. Das würde die Spielplätze und die Häuser in Karling schützen. Es sei sinnvoll, hier gleich einen größeren Hochwasserschutz zu errichten.

„Die betroffenen Reihenhäuser sind noch eine Baustelle. Da ist noch kein Abfluss geregelt, es gibt noch keine Wasserführung. Auch die Straße ist noch nicht kanalisiert. Wir haben das Projekt rund um den Gafringbach auf HQ100 ausgerichtet, das hat auch gereicht, das sieht man anhand der Bilder und anhand von Augenzeugenberichten. Das Wasser ist von der Baustelle in den Abflussbereich gelaufen, der neu geschaffene Retentionsbereich hat funktioniert.

Das Wasser ist aber auch von oben gekommen und hat die Baustelle angefüllt. Wir haben auch in vielen anderen Straßen Probleme gehabt, es war ein außergewöhnliches Ereignis. Man sieht, dass durch die Klimaerwärmung noch etwas auf uns zukommt, dass es Ereignisse geben kann, wo trotz aller Maßnahmen Wasser eintritt. Das Projekt in Karling hat den Sinn gehabt, dass man sich durch den vorhandenen Kanal, die Straße, viele Kosten, die woanders angefallen wären, sparen konnte. Das Gebiet liegt auch nicht in der Hochwasserzone.

Wir können nicht mehr tun, als es auf HQ100 auszurichten. Die Idee mit einem Damm bei der Lerchbaumbrücke wurde schon diskutiert, der geplante Einzelobjektschutz ist aber billiger und erfüllt den selben Zweck. Wenn wir das wieder neu aufrolle, dauert es 15 Jahre bis zur Umsetzung. Die Schutzmaßnahmen an der Zauch und am Gafringbach sind ja schon bewilligt. Sobald die Fördermittel frei werden, geht es an die Umsetzung.“

Umfrage beendet

  • Glaubt ihr, dass die heftigen Unwetter eine Folge des Klimawandels sind?