„Du warst ein Original, ein Kollege und ein Freund!“

Heribert Hudler (70) ist am Freitag überraschend verstorben. Er war eines der prägnantesten Gesichter der NÖN im Bezirk Amstetten. Eine persönliche Würdigung.

Erstellt am 20. November 2021 | 09:16
Heribert Hudler
Heribert Hudler, NÖN-Mitarbeiter und ein Mostviertler Original ist am Freitag überraschend verstorben.
Foto: privat

Mich erinnerte Heribert Hudler manchmal an Hans Moser, den Volksschauspieler, der in den 50er und 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts der Inbegriff des grantelnden Wieners war – mit einer rauen Schale, aber einem weichen Kern.

Heribert war zwar Mostviertler mit Leib und Seele, wurde aber in Wien-Favoriten geboren und das Granteln legte er nie ganz ab. Gerade in der Corona-Krise fand er viel Grund, sich zu beklagen – über den „Regierungsfunk ORF“ zum Beispiel und die Politik, die da seiner Meinung nach viel falsch machte. „Ich wähle nur mehr die Kommunisten, denn die haben uns in den letzten 50 Jahren nichts getan“, war einer seiner beliebten Sprüche. Manchmal war es schwierig, zu entscheiden, ob er meinte, was er sagte, oder einfach ein wenig provozieren wollte. Denn das tat er auch ganz gerne.

In seinen Berichten für die NÖN achtete er immer auf die gebotene journalistische Objektivität, aber im Gespräch hielt er auch Polit-Granden gegenüber nicht mit seiner Meinung hinter dem Berg und war in seiner Wortwahl manchmal nicht zimperlich. Das war eben seine raue Schale.

Aber die machte ihn nicht aus, weil es da ja auch noch seinen weichen Kern gab. Heribert war ein Mensch mit einem großen Herzen, immer hilfsbereit, – beruflich und privat. Wann immer ich ihn anrief, und das war manchmal spät in der Nacht, war er immer einsatzbereit.

NÖN-Reporter aus Leidenschaft

Eigentlich war Heribert ja ein gelernter Schlosser und hat diesen Beruf auch lange ausgeübt, bevor er Anfang der 90er-Jahre in die Zeitungsbranche wechselte. Er wurde rasch zu einem der bekanntesten und prägnantesten Gesichter der NÖN im Bezirk und seine Tätigkeit war für ihn mehr, als nur Beruf – sie war Berufung. Ob bei Wahlen, bei Hochwasser, bei Festlichkeiten, bei Spatenstichen, bei Feuerwehrbewerben, bei Konzerten: Heribert war mit seiner Kamera dabei.

Er war mehr als „nur“ ein NÖN-Reporter. Er war ein Original und seine eigene Marke: Eben „Der Hudler!“

„Schreib mal was G’scheites, Hudler“, wurde ihm hin und wieder scherzhaft zugerufen und Heribert konterte: „Da müsst ihr halt vorher etwas G’scheites machen!“

Gesundheitlich hatte Heribert in den letzten Jahren immer wieder Probleme. Zwei Mal war er wochenlang im Spital. Aber sogar als ihm die Ärzte ein Stück eines Fußes amputieren mussten, verlor er nicht den Mut und kämpfte sich zurück ins Leben und zurück zu seiner Tätigkeit als NÖN-Reporter - im Rollstuhl, aber genauso umtriebig wie zuvor. Die Menschen im Bezirk in Freud und Leid journalistisch zu begleiten, war für ihn wohl auch ein Lebenselixier.

Doch nun hat Heribert sein letztes Foto gemacht und seinen letzten Bericht geschrieben. Am Donnerstag war er noch im Büro. Als er in seinem Rollstuhl hinausfuhr, ahnte ich nicht, dass es kein Wiedersehen geben würde. Am Freitag riss ihn vermutlich ein Herzversagen jäh aus dem Leben.

Heribert hinterlässt eine große Lücke

Ich verdanke Heribert Hudler auch persönlich und privat viel. Bei meinen Buchprojekten hat er mich immer unterstützt und zuletzt sogar in Viehdorf eine Lesung für mich organisiert, die leider der Corona-Krise zum Opfer fiel. Vieles gäbe es noch über Heribert zu sagen, aber der Tod lässt auch uns Lebende verstummen. Für mich war Heribert mehr als nur ein Kollege. Wir haben es eigentlich nie so direkt ausgesprochen, darum sage ich es jetzt: Heribert, du warst ein guter Freund!

Das NÖN-Team dankt dir für deine Treue und deinen Einsatz. Du hinterlässt eine große Lücke. Wir werden dich vermissen!