Richtschnur für Region der Zukunft. Die Kleinregionen Ostarrichi Mostland und Donau-Ybbsfeld verstärken die Kooperation. Etwa in den Bereichen Mobilität und Entwicklung.

Von Peter Führer. Erstellt am 16. Juli 2019 (03:51)
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„Es ist ein Meilenstein der Kooperation. Die Zukunft kann auch nur die intensivere Zusammenarbeit der Gemeinden sein“, betont Hannes Pressl, Sprecher der Kleinregion Donau-Ybbsfeld. Vor Kurzem einigten sich die Kleinregionen Ostarrichi Mostland und Donau-Ybbsfeld auf ein kleinregionales Rahmenkonzept.

Erstellt wurde dieses vom Land Niederösterreich geförderte Rahmenkonzept von dem Planungsbüro stadtland und begleitet von der NÖ.Regional sowie dem Tourismusverband Moststraße. „Wir haben uns zusammengesetzt und gemeinsame Grundsätze und Ziele formuliert und dabei alle Karten übereinander gelegt. Das Ganze im Einklang mit den raumordnerischen Plänen des Landes Niederösterreich“, betont Landtagsabgeordnete Michaela Hinterholzer, Sprecherin der Kleinregion Ostarrichi Mostland. Zu betonen ist, dass es sich dabei um eine „Richtschnur des gemeinsamen Handelns“ – so heißt es in der Vorbemerkung des Konzeptes – handelt.

Heraus kam ein über 30-seitiges Konvolut, in dem sich zahlreiche Ziele, die von allen Gemeinden über die Gemeindegrenzen hinweg getragen werden, finden. Und zwar zu Themen wie Siedlungsentwicklung, Standortentwicklung, Mobilität und Raumentwicklung, Naturraum und Landschaft sowie Kooperation und Organisation. Außerdem Teil des Konzeptes ist ein räumliches Leitbild (siehe dazu die Abbildung).

Parzellen nur noch unter 700 Quadratmetern?

Gehören Bauparzellen von mehr als 700 Quadratmetern bald der Vergangenheit an? Zumindest legten die beiden Regionen im räumlichen Leitbild eine derartige Beschränkung der Größe als Ziel fest. „Ja, wir streben an, dass Parzellen künftig kleiner werden sollen. Es handelt sich aber nicht um eine fixe Grenze, sondern um eine Zielsetzung. Denn gerade die anhaltende Verbauung ist für viele Gemeinden ein großes Thema“, unterstreichen Hinterholzer und Pressl.

Doch die Zielsetzung bezüglich kleinerer Parzellen ist nur ein kleiner Teil, den die beiden Kleinregionen im neuen kleinregionalen Rahmenkonzept festgeschrieben haben. Im Zuge des Treffens diskutierten die Gemeindevertreter auch über Themen wie Mobilität und Nahverkehr.

Man will den öffentlichen Verkehr, Radverkehr und Fußgängerverkehr als Alternativen zum Kfz-Verkehr ausbauen, stärken und vernetzen. „Ein konkretes Projekt ist, dass wir das Angebot des Mosti-Anrufsammeltaxis verbessern möchten. Wir haben auch über visionäre Dinge gesprochen und zum Beispiel eine „Steig-ein-App“ angedacht, mit der man Mitfahrgelegenheiten finden kann. Das Ganze soll zur Verkehrsentlastung führen“, berichtet Pressl.

Außerdem sollen Anreize geschaffen werden, dass brach liegendes Bauland wieder genützt werden kann. „Die Bürgermeister können hier mobilisieren und den Kontakt mit den Grundbesitzern suchen, um Lösungen zu finden. Wichtig ist, dass, bevor neue Grünflächen umgewidmet werden, bestehendes Bauland genützt wird“, so Ardaggers Bürgermeister.

In diesem Zuge kommt auch dem „Monitoring“ eine große Bedeutung zu. Das bedeutet, dass die Gemeinden einen besseren Überblick erhalten, wo es Bauland gibt, das eventuell für den Wohnbau zur Verfügung steht. „Das Monitoring betrifft auch Bauland-Betriebsgebiet und Leerstände. Da liegt vieles brach, obwohl es vielleicht Verwendungsmöglichkeiten gäbe“, betont Hinterholzer.

Die interkommunale Kooperation stärken

Stichwort Betriebsgebiete: Hier will man in erster Linie bestehende Betriebsgebiete effizient nützen, bevor neue Gebiete erschlossen werden. Ein weiterer Schritt ist der Ausbau der interkommunalen Wirtschaftskooperation. Nicht jede Gemeinde soll „ihr eigenes Süppchen kochen“, sondern gemeinsam an einem Strang ziehen.

Dafür fasst man die Einrichtung eines regionalen Gemeindeverbands für Wirtschaftskooperation ins Auge. „Neuwidmungen von Betriebsgebiet soll es bis auf wenige Ausnahmen nur noch geben, wenn mehrere Gemeinden bei diesem Projekt an Bord sind“, unterstreicht Hinzerholzer. Nicht nur im Bereich der Wirtschaft, sondern in allen Bereichen sieht man in der gemeindeübergreifenden Zusammenarbeit die Zukunft.

Auch dem Spektrum Naturraum und Landschaft wird ein Kapitel gewidmet. Es wurden Naturräume festgelegt, die erhalten werden sollen. „Wir leben in einer dynamischen und sehr lebenswerten Region. Daher setzen wir in den Kleinregionen alles daran, dass die positive Entwicklung so weitergeht“, betonen die Kleinregionssprecher Hinterholzer und Pressl.

privat
Das räumliche Leitbild: Diese Darstellung gilt als Grundlage für die Umsetztung der Qualitätsstrategien der Gemeinden der Kleinregionen. Detaillierte Umsetzungen bleiben dabei den Gemeinden vorbehalten (Entwicklungskonzept, Flächenwidmungsplan und Bebauungsplan).