Künstliche Lunge für das Landesklinikum Amstetten. Amstettner Spital verfügt nun über ECMO-Gerät. Das ist vor allem für die Behandlung von Corona-Patienten wichtig und versorgt bei Atemversagen Blut mit Sauerstoff.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 14. April 2021 (10:03)
Landeshauptfraustellvertreter Stephan Pernkopf freut sich, dass nun auch im Landesklinikum Amstetten ein ECMO-Gerät zur Verfügung steht. Gerade für Corona-Patienten mit eingeschränkter Lungenfunktion kann es lebensrettend sein.
LNK Burchart

Das Landesklinikum wurde nun mit einer eigenen „künstlichen Lunge“ ausgestattet. Dieses sogenannte ECMO-Gerät kommt bei Patienten mit akutem Lungenversagen zum Einsatz und kann die Atmungsfunktion einer schwer erkrankten Lunge unterstützen. „Gerade bei Personen mit schweren Symptomen von Covid-19, wo die Lunge nicht mehr in der Lage ist, den Körper mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen, kommt sie zum Einsatz“, berichtet Landeshauptfraustellvertreter Stephan Pernkopf. Niederösterreich setze, so der VP-Politiker, auf absolute Spitzenmedizin in seinen Kliniken. „Und das ECMO-Gerät ist eine langfristige Investition in die Zukunft “, betont Pernkopf.

Der Ärztliche Direktor des Landesklinikums Amstetten, Primar Bernhard Bacher, selbst Anästhesist und Intensivmediziner, ist natürlich sehr froh über die neue Anschaffung und er erklärt ihre Funktionsweise: „ECMO ist eine künstliche Lunge. Sie belädt das Blut mit Sauerstoff und entfernt das Kohlendioxid. Die Lunge selber kann sich erholen und heilen. Vor allem bei schweren Covid-19-Erkrankungen, wo es zu Atemversagen kommt, wird das Gerät zur Lungenunterstützung eingesetzt. Kann eine Beatmung den Patienten nicht mehr retten, ist das Zuführen von Sauerstoff im Blut oft die letzte Überlebenschance“, sagt der Mediziner.

Die Maschine wird künftig aber auch bei Atemversagen aufgrund einer Verletzung der Lunge, einer schweren Sepsis mit begleitendem Lungenversagen oder auch zur Wiedererwärmung bei schwerer Unterkühlung zum Einsatz kommen. „Die künstliche Lunge ist auf alle Fälle eine technische Errungenschaft für das Klinikum. Eine Einschulung der Anästhesieärzte und Intensivpflege ist bereits erfolgt und sie ist mittlerweile auch schon bei einem Patienten im Einsatz“, berichtet Bacher.

In Niederösterreich stehen insgesamt elf ECMO-Geräte: sieben im Universitätsklinikum St. Pölten, zwei im Landesklinikum Baden, eines im Landesklinikum Wiener Neustadt und eines nun eben in Amstetten.