Stift Seitenstetten: Patres in Quarantäne. Weil ein Pater des Stiftes Seitenstetten bei einem Schnelltest positiv auf Corona getestet wurde, hat die Behörde bei ihm und einem kränkelnden Mitbruder einen PCR-Test veranlasst. Die Ergebnisse stehen noch aus. Alle Mitbrüder sind bis Freitag aber freiwillig in Quarantäne gegangen. Neuhofen an der Ybbs kämpft indessen gegen einen Cluster, der seinen Ausgang bei der Primiz am 11. Oktober genommen haben dürfte.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 22. Oktober 2020 (12:51)
Symbolbild
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Es handelt sich bei der Absonderung der Patres in Seitenstetten um eine reine Vorsichtsmaßnahme. Die Gefahr, dass es im Stift zu einem Cluster kommen könnte, ist  gering. Denn die Patres haben kaum bis keinen Kontakt zueinander (Stille Klausur), verrichten derzeit auch kein gemeinsames Chorgebet und nehmen ihr Essen gestaffelt und mit viel Abstand zueinander ein.

Die Konventmesse findet zwar statt, aber nicht öffentlich und der Besuch ist für die Mitbrüder freiwillig. Natürlich wird auch da Abstand gewahrt. Am Stiftsgymnasium unterrichten Patres derzeit nicht.

Corona-Cluster in Neuhofen

Mit einem kleinen Cluster hat der derzeit die Gemeinde Neuhofen zu kämpfen. Dort sind in den letzten Tagen sehr viele neue Coronafälle hinzugekommen. Insgesamt sind 28 Personen positiv auf Covid-19 getestet worden. Ansteckungen dürften auch im Zuge der Primiz am 11. Oktober passiert sein. "Ich gehe davon aus, dass etwa die Hälfte der Fälle, die wir haben, von da herrühren", sagt Bürgermeisterin Maria Kogler.

Wie es zur Ansteckung gekommen ist, ist ihr aber ein Rätsel. "Bei  der Feier selbst kann ich mir das nicht vorstellen. Wir haben wir in der Kirche die Abstände eingehalten und auch Masken getragen."

Nicht auszuschließen ist natürlich, dass sich Personen im Anschluss an das offizielle Fest zu nahe gekommen sind. Fest steht: Weder der Neupriester, noch der Neuhofner Pfarrer noch die Bürgermeisterin sind krank. Und sie sind auch nicht in Quarantäne. "Ich weiß, dass derartige Gerüchte im Umlauf sind, aber die entsprechen nicht den Tatsachen", betont Kogler.

Die Chancen, dass der Cluster eingedämmt werden kann, sind gut. "Wir haben die Namen aller Anwesenden bei der Primiz eroiert und wissen auch ziemlich genau, wo wer gesessen hat", sagt die Bürgermeisterin. Darüber, wie viele Personen in ihrer Gemeinde in Quarantäne ist, hat sie vonseiten der Behörde keine Information.

In Neuhofen wurden alle Veranstaltungen - wie etwa die für 31. Oktober geplante Nacht der Lichter - abgesagt. "Ich kann nur dazu aufrufen, die Vorsichtsmaßnahmen wirklich ernst zu nehmen und vor allem Abstand zu halten. Wir haben nun gesehen, wie schnell sich das Virus ausbreiten kann. Es ist ein Fehler, sich in Sicherheit zu wiegen."