Keine eigene Postleitzahl für Greinsfurth

Erstellt am 06. Juli 2022 | 03:18
Lesezeit: 3 Min
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Die Waidhofnerstraße in Greinsfurth hat ein Pendant in Amstetten, was für Navis oft verwirrend ist. Zusteller werden daher öfter an eine falsche Adresse geführt.
Foto: Knapp
Greinsfurther müssen diese Hoffnung begraben. Unternehmen argumentiert mit organisatorischen Gründen.

Nicht genug damit, dass die Postzustellung nicht funktioniert (siehe rechts), hat Ortsvorsteher Manuel Scherscher auch noch eine andere Hiobsbotschaft für die Bevölkerung von Greinsfurth. Nichts wird es mit der erhofften eigenen Postleitzahl für den Ortsteil. Dabei hatte die Post im Jänner noch Bereitschaft dazu signalisiert. „Ich wurde damals sogar gebeten, im Gemeinderat einen Grundsatzbeschluss zur Umpostung Greinsfurths von 3300 auf die Postleitzahl 3003, die es ja schon einmal gegeben hat, zu erwirken, was wir auch einstimmig befürwortet haben“, berichtet Ortsvorsteher Manuel Scherscher. Die Rückmeldungen aus der Bevölkerung zur möglichen eigenen Postleitzahl seien, so Scherscher, „überbordend positiv“ gewesen.

Kein Wunder, denn viele Bürgerinnen und Bürger sind über regelmäßige Fehlzustellungen verärgert. Zu diesen kommt es, weil Greinsfurth und Amstetten gleiche Straßennamen haben, wie etwa die Ybbsstraße, die Waidhofner Straße oder auch die Siedlungsstraße und die Rosegger-straße. Aber nicht nur Zusteller sind oft am falschen Ort, auch die Navis von Sattelschleppern führen deren Lenker immer wieder in die Irre. „Wir hatten einmal sogar einen Mischwagen vor einem Haus in Greinsfurth stehen, der eigentlich in Amstetten erwartet wurde, und bei einem Landwirt in der Ybbsstraße kommen immer wieder Lkws an, die eigentlich zur Firma Würth nach Amstetten wollen“, sagt Scherscher.

Die Hoffnung, dass es damit bald vorbei sein wird, wird sich aber nicht erfüllen, denn die Post hat nun zurückgerudert. „Eine Änderung der Postleitzahl für Greinsfurth ist aus organisatorischen Gründen schlichtweg nicht möglich“, erklärt Pressesprecher Markus Leitgeb. Die Postleitzahlen richteten sich – vereinfacht ausgedrückt – nach Leitgebieten, die sich wiederum an Standorten wie Logistikzentren, Zustellbasen, Postfilialen etc. orientierten. „Wir haben in Österreich ein vierstelliges Postleitzahlen-System, daher sind uns – gerade auch durch die Leitgebiete – strikte numerische Grenzen gesetzt. Wir können nur für eine komplette Gemeinde eine neue Postleitzahl vergeben, nicht aber für einzelne Ortsteile“, erklärt Leitgeb. Die Postleitzahl sei keine organisatorische Kleinigkeit, sondern ein wichtiges Element der täglichen Arbeit der Post. „Wenn es möglich ist, kommen wir einer Änderung der Postleitzahl gerne nach – für einzelne Ortsteile ist das aber leider schlichtweg nicht möglich.“

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Ortsvorsteher Manuel Scherscher ist sauer auf die Post. Foto: ÖVP
Foto: ÖVP

Für Ortsvorsteher Scherscher ist diese Erklärung letztlich nur eine Ausrede. Er hört da den „Amtsschimmel“ wiehern. „Für mich ist die schlicht ablehnende Haltung der Post enttäuschend. Der Vorwand, es dürfe nur eine Postleitzahl pro Gemeinde geben, ist in keiner Weise nachvollziehbar, da wir bereits vier verschiedene Postleitzahlen haben und es bis in die 2000er-Jahre auch eine 5., nämlich die Greinsfurther 3303, gegeben hat“, sagt er.

Eine Umstellung wäre aus seiner Sicht ein einfacher technischer Vorgang. „Scheinbar gibt es auch innerhalb der Post verschiedene Meinungen zu dem Thema, da mir die Umpostung eigentlich schon zugesagt worden war, um Wochen später von einem anderen Postbeamten dann doch wieder verhindert zu werden. Hier trifft die Post-Bürokratie auf die Bedürfnisse unserer Bürger und negiert diese einfach. Aus welchem Motiv heraus – darüber kann ich leider nur mutmaßen“, ärgert sich Scherscher.