Stadtsaal: Vereine deponierten ihre Wünsche. Vereine deponierten Wünsche. Architektenwettbewerb ist im Gespräch.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 14. Juni 2019 (04:00)
Gemeinde
Groß war das Interesse der Vereinsvertreter in Hausmening beim Gespräch über den Stadtsaal. Ein Architektenwettbewerb könnte bald stattfinden.

Die Zukunft des desolaten Stadtsaals ist eine der drängenden Fragen im Ortsteil Hausmening. Im Februar wurde bei einer Bürgerversammlung von der Bevölkerung klar zum Ausdruck gebracht, dass sie weiter einen Saal haben will.

In der Vorwoche lud Ortsvorsteher Egon Brandl nun Vereinsvertreter zu einem Gespräch über die weitere Vorgangsweise ein. „Wir haben dabei die Vorstellungen und Wünsche gesammelt und auch einen ersten groben Fahrplan entwickelt“, berichtet Brandl. Klar ist für die Vereinsvertreter, dass die Größe des Saales mit einem Fassungsvermögen von etwa 400 Personen beibehalten werden soll, allerdings wünscht man sich ein modulares Raumkonzept. Teile des Saales sollen also durch Trennwände abteilbar sein. Dadurch würde es möglich, auch kleinere Veranstaltungen, wie etwa Geburtstagsfeiern, in einem gemütlichen Rahmen durchzuführen. Natürlich müssen da aber auch die Voraussetzungen für ein Catering (Geschirr etc.) gegeben sein.

„Wir haben dabei die Vorstellungen und Wünsche gesammelt und auch einen ersten groben Fahrplan entwickelt“Ortsvorsteher Egon Brandl

„Was sich die Vereine auch wünschen, ist, dass der Saal künftig für Musikdarbietungen – dafür braucht es natürlich eine entsprechende Akustik – und für Theateraufführungen zum Beispiel der ULK-Kids geeignet ist“, berichtet Brandl.

Die Vereine stellen im Gegenzug in Aussicht, dass sie künftig den Stadtsaal stärker bespielen werden. Jene, die bisher schon eingemietet waren, wollen auch nach dem Um- oder Neubau wieder Räumlichkeiten haben – Clubheime, Sitzungszimmer, Lagerräume etc. Auch neue Vereine, wie zum Beispiel der Schützenverein und die Schlossteufeln haben daran Interesse angemeldet.

Thema der Besprechung waren natürlich auch die Kosten für die Miete des Saales. „Derzeit sind diese vielen Vereinsvertretern nämlich zu hoch und daher kaum leistbar. Auch da müssen wir uns ein vernünftiges System überlegen“, sagt Brandl.

Der Ortsvorsteher will über Parteigrenzen hinweg ein Projekt entwickeln und die Bevölkerung dabei immer einbeziehen. „Ich denke, wir sollten den momentanen Schwung nutzen und so rasch wie möglich in eine erste Planungsphase gehen. Da würde es sicher Sinn machen, einen Wettbewerb zu veranstalten oder zumindest ein paar Architekten einzuladen“, erklärt Brandl. Er will auch bei Bürgermeisterin Ursula Puchebner darauf drängen, das Projekt rasch ins Laufen zu bringen. Bei der Bürgerversammlung im Februar hat sich die Stadtchefin ja durchaus offen dafür gezeigt.

Ort mit 5.000 Leuten braucht einen Saal

Einen sehr positiven Eindruck von der Besprechung hat auch VP-Stadtrat Anton Geister mitgenommen. „Das große Interesse und das Engagement der Vereinsvertreter zeigen, welch großes Anliegen der Saal den Menschen im Ortsteil ist. Ich habe wirklich die Hoffnung, dass nach 20 Jahren Stillstand in dieser Sache endlich etwas weitergeht. Ein Ort mit über 5.000 Einwohnern braucht einfach einen vernünftigen Veranstaltungsraum in zentraler Lage.“

Wichtig sei es, den Schwung nicht verpuffen zu lassen und so schnell wie möglich Nägel mit Köpfen zu machen. „Für die AVB war der Stadtsaal ja ein ungeliebtes Stiefkind. Wir müssen daher gut überlegen, wer künftig für die Verwaltung zuständig sein soll“, sagt Geister. Auch er spricht sich dafür aus, rasch ein sehr flexibles Anforderungsprofil zu erstellen.

Ob ein Neubau oder ein Umbau sinnvoller sei, werde natürlich von den Kosten abhängen. „Beim KemArt in Kematen sieht man aber, dass man auch aus einem bestehenden Gebäude durchaus etwas Sinnvolles machen kann.“