Neues Amstettner Hallen- und Freibad soll attraktiv und leistbar sein

Erstellt am 06. Juli 2022 | 15:39
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"Das neue Bad wird eine innovative Freizeit- und Sportanlage, die 365 Tage im Jahr zu Verfügung stehen und für alle Amstettner und Amstettnerinnen leistbar sein wird", erklärte ÖVP-Bürgermeister Christian Haberhauer bei einer Projektpräsentation am Mittwoch im alten Naturbad.

Bei der Planung habe man sich an den Wünschen der Bevölkerung orientiert. "Es ist wichtig, dass Kinder schwimmen lernen können. Das Bad muss aber auch familiengerecht sein und den Bedürfnissen der Sportschwimmer ebenso entsprechen wie jenen der aktiven Senioren und jenen der Schulen und der Vereine", sagt der Stadtchef.

Derzeit laufen im alten Bad die Ausräumarbeiten, alles was in der neuen Anlage wieder genutzt werden kann, wird vom Personal der Amstettner Veranstaltungsbetriebe abmontiert und eingelagert. "Das sind zum Beispiel die Nirosta-Duschen im Außenbereich. Da sind vier Leute zwei Wochen lang damit beschäftigt", berichtet AVB-Chef Christoph Heigl von mühevoller Kleinarbeit, die sich aber bezahlt mache.

Beim Rundgang durch die alte Badanlage weisen Haberhauer und Vizebürgermeister Dominic Hörlezeder auch auf die Mängel hin, die einen weiteren Badbetrieb unmöglich machten. Rostige Säulen, undichtes Dach und undichte Fenster, kaputte Fließen am Boden und im Freibadbereich vor allem die Rutschen, für die es keine TÜF-Genehmigung mehr gab. 

Niedrigenergie-Bauweise

In das neue Bad investiert die Stadt rund 25 Millionen Euro. Es wird aus Hallenbad, Freibad und einem neuen Parkbereich bestehen. "Das Hallenbad soll eine kompakter, einfach gehaltener Bau werden und natürlich Niedrigenergie-Standards entsprechen", sagt Hörlezeder. Nach den schlechten Erfahrungen mit Metall und Glas beim alten Gebäude wird das neue Hallenbad ein Beton- und Ziegelbau mit guter Dämmfähigkeit werden. "Wir gehen davon aus, dass wir den Energiebedarf gegenüber der alten Anlage um 50 bis 60 Prozent senken können", sagt der Grünpolitiker. Mit einer 400 kWP-Photovoltaikanlage am Dach soll zudem ein großer Teil des benötigten Stroms selbst erzeugt werden. Die Beleuchtung wird natürlich in LED-Technologie ausgeführt. "Und bädertechnisch wollen wir durch eine systemübergreifende Planung von der bestehenden Anlage so viel verwenden wie möglich", betont Hörlezeder.

Das Hallenbad

Bürgermeister Christian Haberhauer umriss nochmals das Konzept des neuen Hallenbades. Insgesamt wird es um gut vier Meter breiter werden, als das alte - das ist notwendig, weil ja im Sportbecken, zu den schon bestehenden vier, noch zwei weitere Bahnen hinzukommen.  Im Erdgeschoß wird ein neuer zentraler Eingang die Badegäste ebenso ins Hallenbad wie ins Freigelände führen. In diesem Bereich angesiedelt sind künftig auch Garderoben (mit ausreichend Umziehkabinen für Schulen und Vereine), Duschen und Toiletten. Auch Aufwärmbereiche für die Sportler wird es dort geben.

„Das Bad selbst wird neben dem Sportbecken mit sechs Bahnen ein neues Erlebnis- und Multifunktionsbecken inklusive Strömungskanal, Massagedüsen und Nackenduschen bieten, das zum Beispiel auch für Aquagymnastik genutzt werden kann", berichtet der Stadtchef. Der Kleinkindbereich wird erweitert und drei unterschiedlich tiefe Becken umfassen. Neues Highlight für die Kinder und Jugendlichen wird eine Rutsche sein, die vom Obergeschoss über den Außenbereich in ein separates Becken im Hallenbad führt. Sie wird durch eine Kabinenkonstruktion vom übrigen Bad lärmentkoppelt.

Im Obergeschoß des Hallenbades ist neben weiteren Umkleideräumen und Liegezonen ein Gastronomiebereich vorgesehen. Die Kantine wird aber nur zu Stoßzeiten geöffnet und vor allem auf Selbstbedienung (Automaten) ausgerichtet sein. "Es wird dafür aber  einen Bereich geben, wo die Gäste selbst mitgebrachte Speisen verzehren können. Gerade in Zeiten der Teuerung, die viele Menschen hart  trifft, ist das wichtig", sagt Haberhauer.
Rund 600 Personen werden im neuen Hallenbad Platz haben.

Das Freibad 

Im Außenbereich wird es künftig ein 25-Meter-Multifunktionsbecken für Schwimmer geben und ein 20 Meter-Erlebnisbecken mit Strömungskanal und Massagedüsen. Rund 1.000 Personen werden im Liegebereich Platz haben, auch ein abgestufter Erdwall ist dort übrigens vorgesehen. „Der neue Kinder- und Familienbereich wird ein Babybecken mit Sonnensegel, einen 285 Quadratmeter großen Wasserspielpark sowie eine neue Wasserrutsche enthalten“, kündigt Haberhauer an. Zudem wird ein Beachvolleyballplatz zur Verfügung stehen. Zur Verpflegung wird es einen Kiosk geben.

Der neue Parkbereich mit Sport- und Spielangeboten

Vom Bad getrennt, entsteht auf dem Areal ein frei zugänglicher Spiel- und Motorik-Bereich mit drei Beachvolleyballplätzen und einem multifunktionalen Funcourt. Auch ein Zugang zum Ybbsbegleitweg und eine Anbindung an den  Ybbstalradweg ist dafür geplant. „Bei der Außengestaltung setzen wir, wo immer es möglich ist, auf natürliche Beschattung und möglichst viel Grün. Es soll eine grüne Oase werden“, betont Hörlezeder den Naherholungscharakter. Die Gemeinde arbeitet da auch mit der Aktion "Natur im Garten" des Landes zusammen, was auch fördertechnisch Vorteile hat.

Finanzierung

In Sachen Finanzierung des Projekts ist die Stadt auch mit dem Land in Verhandlungen. "Wir haben die Zusage, dass wir eine Unterstützung bekommen", sagt Haberhauer. Wie hoch diese Ausfallen wird, dürfte aber erst im September feststehen. Gespräche werden zudem mit den Umlandgemeinden geführt, deren Bevölkerung und vor allem Schulen das Bad ja ebenfalls nutzen werden. Auch da ist der Bürgermeister optimistisch, dass sie einen Beitrag leisten werden. 

Die Gastronomie

Herzstück der Gastronomie im neuen Bad wird das neue Restaurant samt großer Terrasse im nördlichen Teil der Anlage sein. Es wird sich im Freibereich befinden, sodass es für alle Bürgerinnen und Bürger und auch für Radlerinnen und Radler am Ybbstalradweg frei zugänglich ist. Die Gastronomie wird möglichst multifunktionell sein, mit einem Café-Barbereich, einer Zone für Gäste in Badekleidung und einem gemütlichen Restaurantbereich vor allem für Abendgäste. "Wir sind bereits auf der Suche nach einem Pächter und wollen jungen aufstrebenden Wirten mit guten Ideen ebenso die Chance geben sich zu bewerben, wie den renommierten und erfahrenen Gastronomen", sagt Haberhauer. Die Pacht wird sich am Umsatz orientieren.

Im Obergeschoß des Restaurants entsteht ein Vereinszentrum. Die Sportschützen, die Segelflieger und die Schifahrer des ESV-Amstetten werden dort einziehen. 

Neuer Name: Bevölkerung entscheidet

Ein neues Bad braucht natürlich auch einen neuen Namen. Zur Auswahl stehen "Stadtbad" und "Uferbad", wobei Haberhauer keinen Zweifel daran lässt, dass er persönlich zu letzterem tendiert, "weil wir ja ein Feeling wie ein Seebad vermitteln wollen und es gibt zudem die Verbindung zur Ybbs", erklärt er. Entscheiden darf die Bevölkerung. Gevotet werden kann unter: sam.amstetten.at/b/bad-voting

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