Neuer Schutz vor Zauchbach in Amstetten und Euratsfeld

Erstellt am 19. Januar 2022 | 04:48
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Polder, Erdwälle und mobile Elemente sollen in den Gemeinden Amstetten und Euratsfeld die Anwesen vor Fluten schützen.

Das jahrelange Tauziehen um ein Hochwasserschutzprojekt im Ortsteil Schönbichl beim Zauchbach hat ein Ende. Wasserrechtlich bewilligt war dieses schon seit längerer Zeit, aber die Finanzierung nicht gegeben. Jetzt stehen die Mittel zur Verfügung.

Wie dringend der Schutz benötigt wird, hat sich erst bei den Unwettern im Juli des Vorjahres gezeigt. Im Gasthaus Hilmbauer in Waidahammer wurde das ganze Erdgeschoß samt Gaststube und Küche überflutet.

Das Hochwasserschutzprojekt sieht nun vor, das Gasthaus und auch das nebenbei gelegene Privathaus Sonnleitner mit Poldern (Stahlbetoneinfriedungen) einzuhausen, die bei Flut mit mobilen Elementen rasch geschlossen werden können. Das Wasser, das sich bei starken Niederschlägen im Innenbereich der Polder sammelt, soll mit einem Pumpwerk in den Bach ausgeleitet werden.

Viel Vorlaufzeit bleibt bei Starkregenereignissen meist nicht, bis das Hochwasser da ist. Daher wird im Zauchbach, beim Elzbach und auch beim Mitterbach ein Vorwarnsystem installiert. „Wenn dort ein gewisser Wasserpegel erreicht wird, bekommen die Anrainer einen Alarm auf ihr Handy, damit sie die Polder mit den mobilen Elementen, die wir bei ihnen lagern werden, schließen“, berichtet Dieter Stadlbauer, Referatsleiter der Stadt für Infrastruktur und Wasserwirtschaft.

Schutzmaßnahmen auch für Unterlieger

Die Umhausung der beiden Gebäude hat natürlich auch Auswirkungen auf die Unterlieger am Zauchbach. Der Bauernhof Bruckmühle auf Euratsfelder Seite und auch die privaten Anwesen Edelmühle, Landa und Steiner auf Amstettner Seite bekommen daher ebenfalls einen Hochwasserschutz. Der wird zum Teil aus Erdwällen, zum Teil aus mobilen Verschlüssen bei Türen und Fensteröffnungen bestehen, die ein Eindringen des Wassers in die Gebäude verhindern sollen.

Umgesetzt werden alle Schutzmaßnahmen von der Abteilung Wasserbau des Landes. Begonnen wird Mitte des Jahres. Die Kostenschätzung beläuft sich auf rund 700.000 Euro, es gibt Förderungen von Land und Bund. Die Gemeinde Euratsfeld übernimmt anfallende Kosten in ihrem Bereich.

Bürgermeister Christian Haberhauer freut sich, dass das Projekt nach langer Planungszeit endlich umgesetzt werden kann. „Ich danke allen, die sich für die Umsetzung des wichtigen Hochwasserschutzprojekts eingesetzt haben. Gerade der letzte Sommer hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig ein effektiver Hochwasserschutz für die Bevölkerung ist und welche Schäden Extremwetterereignisse anrichten können.“