Klamert: "Spielen nicht ins Kinderzimmer verbannen". Johannes Klamert ist ein Verfechter von realen Treffen und Kommunikation von Angesicht zu Angesicht. Deshalb gründete er auch vor neun Jahren einen Spieleverein.

Von Doris Schleifer-Höderl. Erstellt am 06. Juni 2019 (04:00)
Klamert
Johannes Klamert ist seit seiner Kindheit ein überzeugter Spiele-Fan. „Spielen ist allerdings auch etwas für Erwachsene, denn letztendlich sind Entspannung und der Erhalt kognitiver Fähigkeiten dadurch gegeben – in unserer schnelllebigen Zeit zwei essenzielle Notwendigkeiten!“

„Durch das Wiener Spielefest habe ich einen Spieleverein kennengelernt“, erklärt Johannes Klamert. „Diese Idee hat mich angesprochen und ich wollte es auch in unserer Region damit versuchen.“ Gesagt, getan, der Spieleverein „Bewahrer imaginärer Welten – Neuhofen“ wurde 2010 von Klamert und sieben Freunden gegründet. Nur zwei Jahre später nahm der Verein eine Orts- und Namensänderung vor, wurde zum „Mostwürfler Spieleverein“ und siedelte nach Blindenmarkt in den Jugend- und Kulturraum. Seit Jänner trifft man sich im Mehrzweckhaus der Gemeinde.

„Spielen ist eine wertvolle Ressource“

„Das Spielen ist eine sehr wertvolle Ressource, die leider zu oft in die Kinderzimmer verbannt wird“, beklagt der 36-jährige Vereinsobmann. „Für mich ist es wichtig, auch als Erwachsener noch spielen zu dürfen. Dies kann auf der einen Seite entspannen und auf der anderen Seite kognitive Fähigkeiten erhalten. Und die soziale Komponente ist auch nicht zu verachten, denn um spielen zu können, muss man sich treffen und kommunizieren. In Zeiten der stärker werdenden Digitalisierung sind Spiele eine schöne Art des analogen Zeitvertreibs. Auf diesem Weg wollte ich eine Plattform bieten, wo sich Spieler treffen und vernetzen können.“

Dies ist dem gelernten Gärtner, der vor zwei Jahren die Ausbildung zum diplomierten Gesundheits- und Krankenpfleger abschloss, und nun als Pflege- und Betreuungsmanager im Pflegezentrum Yspertal arbeitet, gelungen. Der Mostwürfler Spieleverein zählt derzeit 20 Mitglieder im Alter von 20 Jahren bis 50 Jahren – vom Auszubildenden bis zum Selbstständigen. Jeden letzten Sonntag im Monat trifft man sich im Mehrzweckhaus der Gemeinde und gibt sich der großen Leidenschaft, dem Spielen, hin. Insgesamt verfügt der Verein aktuell über 500 Spiele.

Das Faible fürs Spielen liegt Johannes Klamert im Blut. „Ich habe drei Geschwister und auch die Eltern haben mitgespielt“, berichtet Johannes, zu dessen Lieblingsspielen einst „Das verrückte Labyrinth“, „Siedler von Catan“ und „Auf Achse“ zählten. Und heute? „Da kommt oft das Kartenspiel ‚Dominion‘ auf den Tisch. Hinzu kommt dann noch eine Vorliebe für Experten-Systeme wie Tabletop-Spiele, die mit dem klassischen Brett- oder Kartenspiel nicht viel gemein haben. „Bei ‚Dominion‘, das 2008 herauskam, gibt es mittlerweile dreizehn Erweiterungen, die ich natürlich alle habe.“

Für den Verein wünscht sich Johannes Klamert, dass er auch in Zukunft so gut wie bis jetzt angenommen wird. „Wir sind im Schnitt ungefähr an die zehn Leute, die sich regelmäßig treffen. Heute ist Zeit ein großer Faktor, aber genau deshalb ist es wichtig, sich auch Auszeiten vom Alltag zu nehmen. Unser Ziel ist es, eine Tradition zu erhalten, die im Zeitalter der Neuen Medien immer mehr in den Hintergrund gedrängt wird. Spaß am Spiel und gemütliches Beisammensein lautet deshalb unser Motto. Natürlich freuen wir uns daher auch über neue Gäste und Mitglieder. Wer mal bei unserem Spieleverein vorbeischauen möchte, der kann sich gerne bei mir unter der Nummer 0664/2394294 melden“.