Bundesstraßen-Anrainer: „Der Lärm ist ein Horror“. Anrainer an der Bundesstraße leiden unter immer schlimmer werdender Lärmbelästigung.

Von Peter Führer. Erstellt am 14. August 2020 (04:03)
Eine steigende Lärmbelästigung bei der B1, auch in den Abend- und Nachtstunden, stößt Anrainern in Galtbrunn sauer auf.
Daniela Führer

„Einmal, da war es vielleicht 2 oder 3 Uhr in der Nacht. Da war der Knall so laut, ich habe zuerst geglaubt, da hat ein Jäger geschossen“, berichtet Leopold Aichinger aus Galtbrunn. Er wohnt mit seiner Familie unmittelbar neben der Bundesstraße. Und berichtet, dass es in den vergangenen Jahren zu einer immer stärkeren Lärmbelästigung gekommen ist. „Der normale Verkehrslärm ist kein Problem. Auch größere Fahrzeuge wie Traktoren oder Lastwägen stören nicht. Es geht nur um jene Autos und Motorräder, die extra noch lauter gemacht werden. Da geht dann hinten beim Auspuff eine Klappe auf und es kommt zum Knall. Ich verstehe nicht, warum das sein muss“, unterstreicht der St. Georgner.

Neben ihm würden auch viele Nachbarn unter den lautstarken Fahrzeugen leiden. Die Situation habe sich in den vergangenen Jahren immer mehr verschärft. Aichinger hat daher auch bereits mehrmals mit der Polizei Kontakt aufgenommen. Kontrollen würden allerdings kaum stattfinden. „Die Polizisten sagen, sie haben ein großes Rayon abzudecken und können nicht überall sein. Das verstehe ich, aber früher hat es hier schon öfter als heute Kontrollen gegeben“, erinnert sich Aichinger zurück.

„Man kann gerne ein Lärmmessgerät aufstellen, dafür sponsere ich auch den Strom.“Anrainer Leopold Aichinger aus Galtbrunn (St. Georgen am Ybbsfelde)

Dass Staub- und Lärmbelästigung gesundheitsschädlich sind, stehe ja fest. Auch die Lärmschutzfenster würden nicht mehr viel helfen und vibrieren. „Der Lärm ist ein Horror. Man kann gerne ein Lärmmessgerät aufstellen, dafür sponsere ich auch den Strom“, unterstreicht er. Dazu kommt, dass viele Verkehrsteilnehmer viel zu schnell unterwegs sind. Den 80er, der eigentlich auf der Bundesstraße Höhe Galtbrunn gilt, halten laut Aichinger nur die Wenigsten ein.

„Einige fahren hochriskant. Der Straßenverkehr lässt sich nicht unterbinden, das ist klar. Aber es kommt mir vor, als ob immer mehr gerast wird. Da sind einige schon eher Richtung 200 unterwegs“, erzählt er. Bei der Polizei bestätigt man, dass derartige Fälle mit den lautstarken Vehikeln immer wieder auftauchen, verstärkt im Sommer. Man führe daher auch Lärmmessungen bei Autos und Motorrädern durch, könne aber nicht immer und überall sofort zur Stelle sein. Für jedes Fahrzeug gilt eine gewisse Dezibelgrenze, die nicht überschritten werden darf. Diese ist im Typenschein vermerkt.

Umbauten müssten der Behörde übrigens gemeldet werden. Sollten die Fahrzeuge zu laut sein, drohen den Verkehrsteilnehmern eine Organstrafverfügung oder eine Anzeige sowie die Kennzeichenabnahme und eine verpflichtende Vorführung bei der Behörde zur technischen Überprüfung.