Glasfaser-Ausbau im Bezirk Amstetten hat begonnen. Bis Jahresende sollen alle Leitungen verlegt sein. Die ersten Haushalte können schon ab Juli ans Netz gehen.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 16. April 2021 (05:11)
Aschbachs Bürgermeister Martin Schlöglhofer und Oed-Öhlings Bürgermeisterin Michaela Hinterholzer vor einer der Glasfaser-Ortszentralen, genannt POP. Auch die Grabarbeiten laufen in beiden Gemeinden schon. Wo es möglich ist, wird die kostengünstige Pflugmethode angewendet.  
Gemeinde Öhling

Das Glasfasernetz im Bezirk wächst. Derzeit verlegt die NÖ Glasfaserinfrastrukturgesellschaft (nöGIG) in fünf Gemeinden Lichtwellenleiter. In Aschbach-Markt, Kematen an der Ybbs, Oed-Öhling und Sonntagberg ist der Bau bereits in vollem Gange, in Allhartsberg wird Ende April gestartet. Insgesamt werden 4.500 Haushalte und Betriebe von echten Glasfaseranschlüssen im Haus profitieren. Dafür werden knapp 11,5 Millionen Euro investiert und 500 Kilometer Glasfaserkabel verlegt.

Derzeit wird intensiv an der Hauptleitung gearbeitet. Diese zweigt von einem Datenhighway in Wallsee ab, führt über Oed nach Aschbach, von dort weiter nach Öhling und dann nach Allhartsberg, Kematen und Sonntagberg.

In der Gemeinde Oed-Öhling sind bereits 40 Prozent der vorgesehenen Trassen für die Glasfaserkabel gegraben, die von der Gemeinde bereits früher verlegten Leerrohre sind da allerdings mitgerechnet. Von der nöGIG hat die Baufirma Strabag den Auftrag für die weiteren Grabarbeiten bekommen. Schon errichtet wurden die zwei Ortszentralen, POP (Points of Prescence), also die Herzstücke des Glasfasernetzes. Eine steht in Öhling beim Feuerwehrhaus, die Zweite beim alten Feuerwehrhaus in Oed.

Auch in der Gemeinde Aschbach ist der POP schon fertig. Dort steht er an der Kreuzung Austraße/Schulring. Die Verlegung der Leerrohre läuft ebenfalls schon auf Hochtouren. Wo es möglich ist, zum Beispiel an unbefestigten Straßenrändern, wird mit der Pflugmethode gearbeitet, die schnell und auch kostengünstig ist. „Aber natürlich müssen in vielen Bereichen auch Straßen oder Gehsteige aufgegraben werden. Ärgerlich ist, dass wir aufgrund der Corona-Krise keine Bürgerversammlungen machen können, wir werden die Leute aber mittels Gemeindezeitung umfassend über die Arbeiten informieren“, kündigt Oed-Öhlings Bürgermeisterin Michaela Hinterholzer an.

Der Zeitplan für die Bauunternehmen ist straff. Die Tiefbauarbeiten in beiden Gemeinden sollen bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Die nöGIG kündigt an, dass, sobald ein Bauabschnitt fertiggestellt ist, die bestellten Anschlüsse aktiviert werden können – ab Juli soll es so weit sein. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass die Kunden sich selbst rechtzeitig darum kümmern, die Leitungen von der Grundgrenze bis ins Haus zu verlegen, denn dafür sind sie selbst zuständig.

Die Gemeinde Oed-Öhling nutzt die Grabarbeiten, um in Oed auch gleich einige Wasserleitungen zu verlegen und in Öhling Leitungen der Straßenbeleuchtung zu erneuern. „Das ist aber ein enormer Koordinationsaufwand bei den Baustellen. Wir werden sehen, ob wir alles wie geplant schaffen“, sagt Hinterholzer. Auch in Aschbach nutzt man die Chance, um in manchen Bereichen die Leitungen der Straßenbeleuchtung zu erneuern. Laut nöGIG sind in der Gemeinde bereits 50 Prozent der vorgesehenen Glasfaser-Trassen ausgebaut, auch da sind aber die von der Gemeinde schon früher verlegten Leerrohre mitgerechnet.

Rund 1.450 Haushalte werden angeschlossen

 Immer wieder bekommt Ortschef Martin Schlöglhofer Anfragen von Bürgern, deren Liegenschaften zwar nicht im von der nöGIG vorgegebenen Ausbaugebiet liegen, aber knapp daneben, ob ihre Häuser nicht doch auch angeschlossen werden könnten. „Wir sind bemüht und erhöhen den Druck auf die nöGIG, doch die Letztentscheidung liegt bei ihr. Sobald es aber eine neue Fördermöglichkeit gibt, werden wir natürlich alles versuchen, um die restlichen Liegenschaften in der Gemeinde hineinzubringen“, versichert der Bürgermeister.

Dasselbe gilt auch für die Gemeinde Öhling. „Es wird unsere Aufgabe der nächsten Jahre sein, dass auch Bereiche, die jetzt nicht im Ausbaugebiet sind, wie zum Beispiel das Urltal, ebenfalls rasch schnelles Internet bekommen“, betont Bürgermeisterin Michaela Hinterholzer.

In Aschbach werden vorerst rund 1.000 Haushalte ans Glasfasernetz gehängt, in Oed-Öhling 450. Wer im Ausbaugebiet wohnt und jetzt noch einen Anschluss bestellt, bekommt noch den günstigeren Tarif von 600 Euro, später sind es dann 900 Euro.