Amstettner Friedhöfe werden geöffnet - erst nach Ostern. Nach immer lauter werdender Unmutsäußerungen aus der Bevölkerung hat sich die Stadtregierung nun doch entschlossen, die Amstettner Friedhöfe wieder öffentlich zugänglich zu machen. Allerdings müssen beim Besuch der Gräber strenge Regeln eingehalten werden.

Von Red. Amstetten. Erstellt am 06. April 2020 (14:00)
Stadtpfarrer Peter Bösendorfer und Bürgermeister Christian Haberhauer sind sich einig, die Friedhöfe in Amstetten nach Ostern wieder eingeschränkt zugänglich zu machen.
Stadtgemeinde Amstetten

Die Sperre der Amstettner Friedhöfe stieß in der Vorwoche immer mehr auf Kritik aus der Bevölkerung, zumal in den meisten anderen Gemeinden die Gräber zugänglich sind. Die türkis-grüne Stadtregierung argumentierte mit dem Schutz der Gesundheit der Risikogruppe, da ja vorwiegend ältere Menschen regelmäßig die Gräber ihrer Verstorbenen besuchen. Die SPÖ forderte schon in der Vorwoche eine sofortige Öffnung der Friedhöfe, natürlich unter strenger Einhaltung des Sicherheitsabstandes.

Nun lenkt die Stadtregierung ein, wenn auch mit Verzögerung: In Absprache mit Stadtpfarrer Peter Bösendorfer ist vorgesehen, dass nach Ostern - also ab Dienstag, 14. April, jeweils von Montag bis Freitag, die Möglichkeit bestehen soll, in der Zeit von 7.30 bis 17.30 Uhr die Friedhöfe zu besuchen.

„Die Anliegen der Bevölkerung sind uns sehr wichtig, daher versuchen wir eine Lösung anzubieten, jedoch immer unter Berücksichtigung der Vorgaben der Bundesregierung. Trotzdem dürfen wir bei aller Kompromissbereitschaft die Tatsache, dass die Infektionsrate in Amstetten noch über zehn Prozent liegt, also weit über dem Bundesschnitt, nicht außer Acht lassen“, betont Bürgermeister Christian Haberhauer.

Für den Besuch des Friedhofes gelten folgende Regelungen:

Analog der Verordnung der Bezirkshauptmannschaft Amstetten vom 3.April, wonach die Teilnahme an Begräbnissen auf zehn Personen beschränkt ist, dürfen sich maximal zehn Personen zur gleichen Zeit am Friedhof aufhalten. Es werden nur jeweils die Haupteingänge geöffnet und an diesen wird die Einhaltung der Vorgaben kontrolliert. Um allen potenziellen Besuchern des Friedhofs die Möglichkeit zu einer kurzen Andacht bei ihren Gräbern zu ermöglichen, wird ersucht, die Aufenthaltsdauer am Friedhof auf rund zehn Minuten zu beschränken.  

Gießkannen und Gartengeräte werden nicht zur Verfügung stehen, die Pflanzen werden auch weiterhin regelmäßig ein Mal pro Woche von der Friedhofsverwaltung gegossen. Stadtpfarrer Peter Bösendorfer bestätigt, dass dies gut funktioniert: „Bei meinem letzten Besuch am Friedhof habe ich festgestellt, dass die Pflanzen bei den Gräbern sehr gut gepflegt sind“. 

Für die Stadtregierung ist das Aufsperren der Friedhöfe ein kleiner Lichtschein am Horizont. "Wir ersuchen Sie, liebe Amstettner, auch weiterhin konsequent die vorgegebenen Maßnahmen der Regierung umzusetzen. Helfen wir einander mit dem gebotenen Abstand und vergessen wir die Schutzmasken nicht, wo diese erforderlich sind. So können wir gemeinsam den Weg durch diese fordernde Zeit gehen. Und es besteht ja auch die Hoffnung, dass die Bundesregierung nach Ostern weitere kleine Schritte Richtung Normalität setzt“, sagen Bürgermeister Haberhauer und Vizebürgermeister Dominic Hörlezeder von den Grünen.