ÖVP und Grüne Sieger, Debakel für FPÖ. Die Zugewinne der Türkisen liegen deutlich über dem Bundes- und Landesergebnis. Eine Enttäuschung erlebte die SPÖ, die 4,6 Prozent verlor.

Von Christian Eplinger, Markus Glück, Ingrid Vogl und Hermann Knapp. Erstellt am 30. September 2019 (14:00)
Knapp
Die erste Hochrechnung ließ die ÖVP-Granden in der Bezirksparteizentrale inAmstetten mit Nationalrats-spitzenkandidatAndreas Hanger in Jubel aus-brechen.

Im Wahlkreis Mostviertel übertrifft das ÖVP-Ergebnis noch einmal das ohnehin schon sehr gute Landesergebnis deutlich. 46,6 Prozent bedeuten für die ÖVP im Wahlkreis ein Plus von 8,1 Prozent. Am stärksten dabei der Scheibbser Bezirk mit 51,6 Prozent. Die größten ÖVP-Zugewinne im Mostviertel gab es in den Bezirken Melk und Scheibbs (jeweils +8,8 Prozent). Im Bezirk Amstetten gewann die ÖVP immerhin 7,5 Prozent.

Auch wenn bis Montagmittag die Wahlzahl noch nicht feststand, ist fix, dass die beiden arrivierten ÖVP-Abgeordneten Georg Strasser aus Nöchling und Andreas Hanger aus Ybbsitz wieder mit einem Direktmandat in den Nationalrat einziehen werden. Andrea Blauensteiner aus Leiben, auf Nummer zwei im Wahlkreis gelistet, wird auf ihr Mandat ja wie angekündigt zugunsten Hangers verzichten, da es sich für ein drittes Direktmandat vermutlich nicht ausgehen wird.

Für Strasser ist das gute Ergebnis ein Verdienst der Freiwilligen und der Geschlossenheit in der Partei. „Wir haben fast flächendeckend mit Landschaftselementen und Hausbesuchen Werbung gemacht. Die grandiose Struktur und natürlich unser Spitzenkandidat Kurz haben zu diesem Erfolg beigetragen“, jubelt er.

Eine herbe Klatsche setze es für FP-Wahlkreis-Spitzenkandidatin Edith Mühlberghuber, die seit 2008 immer mittels Direktmandat in den Nationalrat eingezogen war. Mit einem Minus von 8,7 Prozent muss sie nun darum zittern. Dennoch wird die 54-jährige Haidershofnerin relativ sicher über die Landesliste — Mühlberghuber ist dort Nummer vier — Nationalratsabgeordnete bleiben.

SPÖ trotz Verluste wieder Nummer zwei

Relativ fix mittels Direktmandat im Nationalrat ist auch der Ybbser SPÖ-Bürgermeister Alois Schroll, selbst wenn die SPÖ im Wahlkreis 4,6 Prozent verloren hat. Dennoch ist die SPÖ mit 25.527 Stimmen im Wahlkreis 3c wieder die klare Nummer zwei, nachdem sie 2017 noch über 3.000 Stimmen hinter der FPÖ lag. Für Schroll ist das Wahlergebnis natürlich dennoch eine herbe Enttäuschung. „Es ist für mich nicht zu verstehen, dass wir mit unseren Themen nicht punkten konnten“, rätselte er über die Niederlage.

Kein Direktmandat gibt es für die Grüne Spitzenkandidatin im Wahlkreis, Bettina Schneck, aus Melk, trotz einem Plus von 6,5 Prozent. Insgesamt halten die Grünen im Wahlkreis aber „nur“ bei 9,0 Prozent und liegen damit unter dem Landesschnitt. Für Sarah Huber, Nationalratswahlkandidatin aus dem Bezirk Amstetten, hat die Partei „mit diesem sensationellen Comeback dennoch „Geschichte geschrieben“.

Die NEOS haben 1,6 Prozent dazu gewonnen und halten nun im Wahlkreis bei 5,9 Prozent. Spitzenkandidatin Magdalena Brotrager ist insgesamt mit dem Abschneiden ihrer Partei zufrieden. „Wir haben bundesweit um 50 Prozent und auch im Wahlkreis deutlich zugelegt. Das zeigt, dass unsere mutige und ehrliche Politik belohnt wird. Wir sind bereit, Verantwortung für Österreich zu übernehmen. Klar ist, dass die türkis-blaue Koalition abgewählt wurde.“

Die Liste Jetzt kam im Wahlkreis nur noch auf 1,4 Prozent, KPÖ und die Liste Wandel auf 0,5 Prozent.

Die Wahlbeteiligung ist im Wahlkreis 3c mit 69,8 Prozent deutlich niedriger als im Jahr 2017. Damals betrug sie 85,93 Prozent.

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