Wallsee-Sindelburg

Erstellt am 04. Juni 2018, 13:36

von Hermann Knapp

„Römerwelt“ macht Geschichte erlebbar. Es galt Skeptiker zu überzeugen, einen Konsens mit dem Bundesdenkmalamt zu finden und eine Finanzierung auf die Beine zu stellen. Doch die Mühen haben sich gelohnt.

Am Montagvormittag wurde die „Römerwelt Wallsee“ von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner feierlich eröffnet. Sie lobte das Projekt als gelungene Erlebniswelt für Jung und Alt und wies darauf hin, wie wichtig es ist, Geschichte erfahrbar zu machen. „Denn nur wer die Geschichte kennt, kann darauf aufbauen, die richtigen Schlüsse ziehen und die richtigen Entscheidungen für die Zukunft treffen.“  

Zu finden ist die „Römerwelt“ unter der - von den barmherzigen Brüdern Linz geführten - Lebenswelt für gehörlose und taubstumme Menschen. Architektin Anne Mautner Markhof hatte die Idee, das Gebäude auf eine Art Tisch zu stellen. So war es möglich die darunter liegenden Mauern des römischen Kleinkastells aus dem vierten Jahrhundert nach Christus zu erhalten und jetzt auch für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.  

 Freudentag für die Gemeinde

 Speziell für die jüngeren Besucher wird in der "Römerwelt" anhand moderner Visualisierungen der Alltag der römischen Armee vor 1.600 Jahren lebendig und greifbar präsentiert.

Prunkstück der Ausstellung ist der Grabstein des Sixtinus aus dem Jahr 117 nach Christi, der 2017 gefunden wurde und auf dem er und seine Frau abgebildet sind. Sixtinus stammt offenbar aus Wallsee, war aber Bürgermeister von Wels, das damals die Hauptstadt von Noricum war. Begraben wurde er in seiner Heimat.

Bürgermeister Hans Bachinger sprach von einem Freudentag für die Gemeinde und bedankte sich bei allen, die das Projekt möglich gemacht haben, insbesondere auch bei Landtagsabgeordneter Michaela Hinterholzer, die sich für eine Förderung der „Römerwelt“ durch die Entwicklungsgesellschaft eco-plus stark gemacht hat.

Insgesamt sind rund 500.000 Euro in das Projekt geflossen.

Ein „Römertaler“, der am Gemeindeamt und bald auch in Wirtshäusern zu erhalten ist und vier Euro kostet, macht die Römerwelt jederzeit zugänglich.

Für Schulen und Gruppen bietet der Museumsverein Führungen an, die auch das Römermuseum im alten Salzhaus und markante geschichtliche Plätze im Ort umfassen.

Am Samstag lädt die Gemeinde von 13 bis 18 Uhr zum Tag der offenen Tür in der „Römerwelt“!

Noch mehr Details zum neuen touristischen Highlight  der im Bezirk Amstetten lest ihr in Ihrer nächsten NÖN-Ausgabe.