Debatte über Raumordnung in Wallsee-Sindelburg. Die Zukunft des Ortsteiles Igelschwang sorgt in der Gemeinde Wallsee-Sindelburg für Gesprächsstoff.

Von Peter Führer. Erstellt am 24. Mai 2019 (05:09)
privat
Kopie des derzeit gültigen Raumordnungsprogrammes. „Dort wurde klar festgelegt, dass ein maßvolles Abrunden des Ortsraumes für den ortseigenen Bedarf das Ziel ist“, erklärt Fritz Ganster.

Weitere Kritik äußert Fritz Ganster an der geplanten Umwidmung in Igelschwang. Dort sollen, so der Anrainer, ja 14 neue Parzellen entstehen. „Im derzeit gültigen Flächenwidmungsplan, welcher beim Amt der Niederösterreichischen Landesregierung aufliegt, ist für den Ortsteil Igelschwang eine maßvolle Abrundung des Ortsraumes für den ortseigenen Bedarf rechtskräftig fixiert. In Igelschwang gibt es derzeit 22 bewohnte Objekte, die neuen zwölf Parzellen stellen eine Erhöhung der Wohnobjekte um über 50 % dar. Aus meiner Sicht ist das kein maßvolles Abrunden des Ortsraumes und auch nicht für den ortseigenen Bedarf. Die geplante Umwidmung entspricht absolut nicht den Zielvorgaben der Raumordnung“, so Ganster. Zudem gäbe es ja noch 18 unbebaute Bauparzellen, die zur Verfügung stehen würden.

Bei der Kommunaldialog Raumplanung GmbH widerspricht man den Darstellungen Gansters. Er übersehe, so das Unternehmen, dass mit dem laufenden Verfahren nicht nur der Flächenwidmungsplan, sondern auch das Entwicklungskonzept in Igelschwang abgeändert werden soll. „Der angebliche Widerspruch besteht daher nicht“, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme. Und weiter: „In den offizellen Verfahrensunterlagen zum laufenden Widmungsverfahren gibt es einen Plan ‚Baulandreserven in Igelschwang‘. Dieser Plan widerlegt eindeutig die Behauptung von Herrn Ganster, in Igelschwang gäbe es 18 freie Bauparzellen für Wohnbau.“

Wasserversorgung ist ebenfalls Streitpunkt

Wie die NÖN berichtete, gibt es auch Diskussionen über die Wasserversorgung. Ganster betont, er habe 2003 im Gemeinderat den Antrag für eine öffentliche Wasserversorgung gestellt. Die Gemeindevertretung habe das damals allerdings abgelehnt. Die Wirtschaftlichkeit wäre 2003 bei den durchkalkulierten Varianten schon gegeben gewesen. „Ich stelle fest, dass jedermann der Anschluss an das öffentliche Wassernetz zusteht und dies eigentlich eine Verpflichtung der Gemeinde ist. Es kommt nun die Vermutung auf, dass erst jetzt die öffentliche Wasserversorung für die Gemeindevertretung wichtig ist, da neues Bauland Wohngebiet erschlossen werden soll“, vermutet er.

Auch dieser Einschätzung wiederspricht die Kommunaldialog Raumplanung GmbH. Es sei zwar richtig, dass für gewidmetes Bauland die Versorgung mit einwandfreiem Trinkwasser sicherzustellen ist, die Igelschwanger hätten sich 2003 allerdings gegen eine Gemeindewasserleitung entschieden. „Wir haben die geplante Widmung zum Anlass genommen, die aktuelle Meinung der Igelschwanger zur Wasserleitung abzufragen. Es hat sich gezeigt, dass im Gegensatz zu früher eine klare Mehrheit an die Gemeindewasserleitung anschließen will“, betont man beim Raumplanungsbüro.