Gerne unter Menschen: Manfred Haberhauer. Der ehemalige Leiter des Landespflegeheimes Wallsee, Manfred Haberhauer, erhielt den Berufstitel Regierungsrat. Seit 30. Juni genießt er seinen neuen Lebensabschnitt in der Pension.

Von Doris Schleifer-Höderl. Erstellt am 16. Januar 2020 (05:12)
Manfred Haberhauer freut sich über die Verleihung des Berufstitels Regierungsrat.
Schleifer-Höderl

„Ehrlich gestanden habe ich zwei Monate gebraucht, damit ich mich an meinen Alltag als Pensionist gewöhne“, gesteht Manfred Haberhauer (62). „Ich habe mir ein E-Bike zugelegt, damit ich mit meiner Gattin durch die Mostviertler Landschaft radeln kann.“

Seit 30. Juni ist der Winklarner, nach 28 Jahren als Leiter des Pflege- und Betreuungszentrums Wallsee, im Ruhestand. Am 29. Oktober wurde ihm durch Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner der Berufstitel Regierungsrat verliehen. „Es hat mich schon gefreut, weil es eine Anerkennung meiner Arbeit ist“, so Manfred Haberhauer bescheiden. „Aber sein hat es nicht unbedingt müssen.“

Für Manfred Haberhauer war sein Beruf stets Berufung. Tagtäglich ist er bereits um 7.45 Uhr durchs Heim gegangen, hat Mitarbeitern und Bewohnern einen schönen guten Morgen gewünscht und nachgefragt, ob alles in Ordnung ist. „Wenn du gut in den Tag startest, ist das für dich und dein Umfeld optimal“, meint der Neo-Pensionist überzeugt. „Bei 85 Mitarbeitern und 102 Heimbewohnern tut sich viel, da menschelt es immer. Aber genau dies hat mir so gefallen. Begegnungen auf gleicher Augenhöhe sind wichtig, um gemeinsam Gutes erreichen zu können“, meint der beliebte Heimleiter rückblickend.

"Ich schaue zwar gerne zurück, aber auch gerne voraus"

Einmal in der Woche stattet er seiner einstigen Arbeitsstätte nach wie vor einen Besuch ab. „Meine Mutter ist nämlich im Heim. Da werde ich natürlich oft angesprochen und einige Plauscherln sind immer drinnen“.

Nach Absolvierung der Handelsschule arbeitete Manfred Haberhauer 15 Jahre lang in der Sozialabteilung der Bezirkshauptmannschaft. Er begann schließlich mit den Zusatzausbildungen und holte die HAK-Matura nach, bevor er 1992 seinen Dienst als Heimleiter in Wallsee antrat. „Damals waren wir 16 Mitarbeiter. 2004 und 2005 wurde das Haus neu gebaut und 2006 eröffnet.“ Den Schritt zum Heimleiter habe er nie bereut. „Es war die beste Entscheidung, die ich je treffen konnte“, meint der zweifache Vater und Großvater rückblickend. „Ich war dann froh, unter Menschen sein zu dürfen.“

Nun, in Pension, genießt Manfred Haberhauer es, neben dem E-Bike-Fahren mehr Zeit für seine Gattin und die beiden Enkelkinder zu haben. „Ich unterstütze meine Frau bei der Hausarbeit und chauffiere die Enkerln in den Kindergarten und die Volksschule. Alles hat seine Zeit im Leben. Deshalb schaue ich zwar gerne zurück, aber auch gerne voraus. Ach ja, beinahe hätte ich vergessen, dass ich nun zweimal in der Woche im Fitnesscenter in Greinsfurth trainiere. Ich will schließlich fit blieben, denn wer rastet, der rostet.“