Weniger Müll, mehr reparieren. Landesaktion fördert Geräte-Reparaturen mit bis zu 100 Euro.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 16. Oktober 2019 (04:45)
Kössl
Zu Expert Oberklammer in Waidhofen werden hauptsächlich Haushaltsgroßgeräte wie Waschmaschinen, Geschirrspüler, Kühlschränke oder Elektroherde gebracht. Geschäftsführerin Monika Forster, Geschäftsführer Peter Oberklammer und Verkäufer Hannes Tunzer beraten die Kunden, was im konkreten Fall am sinnvollsten ist.

Einen nachhaltigeren Umgang mit begrenzten Ressourcen möchten das Land NÖ, die NÖ Umweltverbände und die Wirtschaftskammer NÖ mit dem „Reparaturbonus NÖ“ fördern. Kaputte Elektrogeräte sollen nicht weggeschmissen, sondern repariert werden (siehe Infobox).

„Die Reparatur von defekten Geräten stellt eine umweltfreundliche Alternative zu einem Neukauf dar“, sagt Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf. „Sie trägt wesentlich zur Abfallvermeidung und somit zum aktiven Klimaschutz bei.“

Auch im Ybbstal beteiligen sich Betriebe an der Aktion. Einer davon ist die Elektro Kölbel KG in Opponitz. „Am häufigsten werden Waschmaschinen und Kaffeemaschinen zum Reparieren gebracht“, berichtet Bianca Kölbel. Einen Trend zum Reparieren kann die Firmenchefin aber noch nicht erkennen. „Das liegt wohl auch daran, dass der Neukauf leider sehr oft billiger kommt“, sagt Kölbel.

Auch bei einer Reparatur bei Expert Oberklammer in Waidhofen kann man den Reparaturbonus einlösen. Zum Reparieren werden hauptsächlich Haushaltsgroßgeräte wie Waschmaschinen, Geschirrspüler, Kühlschränke oder Elektroherde gebracht. „Grundsätzlich gilt es, stets Kosten und Nutzen abzuwägen“, sagt Geschäftsführerin Monika Forster.

"Wir setzen damit ein aktives Zeichen gegen eine Wegwerf-Gesellschaft und einen wertvollen Impuls für unsere Reparaturbetriebe.“Wolfgang Ecker

„Bei No-Name-Produkten macht eine Reparatur oft gar keinen Sinn. Das kostet dann meist mehr, als wenn man sich ein neues Gerät kauft. Außerd

em bekommt man durch die Modulbauweise oft auch gar keine Ersatzteile.“ Bei Markenprodukten zahle sich eine Reparatur aber jedenfalls aus, hält Forster fest und verweist auf eine zehnjährige Ersatzteilgarantie. „Bei Geräten, welche die Zehn-Jahres-Grenze überschreiten, ist dann allerdings energietechnisch oft ein neues Produkt schon besser“, sagt Forster.

Bei der Firma proTECH in Waidhofen lassen sowohl zahlreiche Privat- als auch Firmenkunden Reparaturen durchführen. Hauptsächlich repariert werden Laptops, PCs, Drucker, Kameras und Objektive. „Wir beraten die Kunden, was im jeweiligen Fall das Beste ist“, sagt Geschäftsführer Erich Märzendorfer. „Dabei klären wir auch über die Möglichkeiten von PC- und Laptopupgrades auf, um die in die Jahre gekommenen Geräte wieder schneller zu machen und somit länger einsetzen zu können.“ Der Reparaturbonus werde von den Kunden noch nicht wirklich genutzt, meint Märzendorfer.

„Ich denke, dass er wie alles Neue einfach noch Zeit benötigt.“ Eine positive Zwischenbilanz zieht hingegen Wolfgang Ecker, Obmann der Sparte Gewerbe und Handwerk in der Wirtschaftskammer NÖ: „Der Reparaturbonus wird sehr gut angenommen. Wir setzen damit ein aktives Zeichen gegen eine Wegwerf-Gesellschaft und einen wertvollen Impuls für unsere Reparaturbetriebe.“

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