Bezirk Amstetten: 48 Infizierte in acht Gemeinden. Das Corona-Virus breitet sich auch im Bezirk weiterhin aus - von 36 Fällen gestern, auf 48 heute. Auch Waidhofen an der Ybbs ist inzwischen ein Fall bekannt geworden. Der Bezirk führt nun die Statistik der positiven Testungen an, gefolgt von Korneuburg mit 46 und Tulln mit 44. Insgesamt sind im Land NÖ 283 Menschen am Coronavirus erkrankt.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 19. März 2020 (12:37)
Symbolbild
APA

Laut Bezirkshauptfrau Martina Gerersdorfer sind derzeit in acht Gemeinden des Bezirks Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Kommunen will sie nicht nennen, aber einige davon sind ohnehin schon bekannt: Ardagger, St. Georgen am Ybbsfelde, Ferschnitz, Opponitz und seit heute auch Waidhofen an der Ybbs. In Amstetten gab es auf jeden Fall schon Testungen.
Einige hundert Personen im Bezirk sind derzeit in Quarantäne, weil sie mit Infizierten Kontakt hatten.  

Von den Erkrankten haben die meisten, laut Auskunft der Behördenleiterin, einen leichten Krankheitsverlauf, es gibt jedoch auch einige mit stärkeren Symptomen. Im Krankenhaus ist derzeit zum Glück aber noch niemand.

Krisenstab eingerichtet

Die Behörde hat in diesen Zeiten auf jeden Fall alle Hände voll zu tun. "Wir haben auf der Bezirkshauptmannschaft einen Krisenstab eingerichtet, der im Dreischichtbetrieb arbeitet, wobei in einer Schicht zumindest immer 25 Leute da sind, wenn es notwendig ist, auch bis zu 40", berichtet die Bezirkshauptfrau. Natürlich wird darauf geachtet, dass die Leute nicht eng miteinander in Kontakt kommen und die Hygienevorschriften  werden streng eingehalten.

Benötigt werden so viele Mitarbeiter deshalb, weil es gilt, die Bescheide für die Erkrankten und die Verdachtsfälle rasch auszustellen. Zudem muss ja erhoben werden, welche Personen sich noch infiziert haben könnten, was keine leichte Aufgabe ist und längere Gespräche erfordert. "Das passiert natürlich alles telefonisch und die Bescheide werden elektronisch übermittelt. Wenn eine Person keinen E-Mail-Anschluss hat und auch sonst nicht greifbar ist, dann wird der Bescheid von der Polizei zugestellt. Das ist aber nicht oft der Fall", erklärt Gerersdorfer.

Viele Anfragen besorgter Bürger

Insgesamt sei die Lage im Bezirk ruhig. "Ich bin mit den Bürgermeistern laufend in Kontakt. Natürlich sind sie mit vielen Anfragen besorgter Bürger konfrontiert und wirken beruhigend auf die Menschen ein. Sie machen das gut", sagt Gerersdorfer. Grobe Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkungen habe es im Bezirk, ihres Wissens nach, bisher nicht gegeben, daher auch keine Strafen.

Missverständnisse scheint es in manchen Gemeinden noch, darüber zu geben, ob der Kindergarten nun geöffnet oder generell geschlossen ist, wie Bürgermeister Christoph Haselsteiner aus St. Georgen am Ybbsfelde der NÖN mitteilte.

Darum zur Klarstellung: Betreuung ist weiterhin möglich für Kinder von : 

1. Ärztinnen/Ärzte sowie weiteres medizinisches Personal,
2. Pflegepersonal,
3. Personal von Blaulichtorganisationen,
4. Mitglieder von Einsatz- und Krisenstäben,
5. Personen, die in der Versorgung tätig sind:
 Angestellte in Apotheken, Supermärkten und öffentlichen Verkehrsbetrieben,
6. Alleinerzieherinnen/Alleinerzieher sowie
7. für Eltern, die beruflich unabkömmlich sind oder keine Betreuungsmöglichkeit zu Hause haben. 

Über das Vorliegen der Kriterien entscheidet die Kindergartenleitung.