Erstellt am 13. März 2018, 00:10

von Heinz Müller

Genfer Modenschau mit neuen Modellen. Der Hype um Elektroautos, der die IAA in Frankfurt am Main vor sechs Monaten dominiert hat, ist in Genf etwas abgeflacht.

Mit dem Vision X (oben) gibt Skoda einen Ausblick auf seinen dritten SUV, den Polar (kleiner als der Karoq, kommt 2019). Made in Austria: Jaguar I-Pace (unten links) und Toyota Supra (unten rechts).  |  NOEN, gims.swiss (2), -ww-

Es gibt sie auf fast jeder Autoshow – jene neuen Fahrzeuge, über die alle Berichterstatter reden (bzw. schreiben) und die jeder Besucher gesehen haben muss. Doch wer dieser Tage durch die Hallen des Genfer Automobilsalons flaniert, wird diese Autos vergeblich suchen. Denn Genf 2018 ist, möchte man sagen, die Show ohne Superstar. Damit kein Irrtum entsteht: Der Salon in der Westschweiz ist natürlich auch heuer eine Reise wert. Denn es ist die Mischung aus Neuheiten, die schon in ein paar Wochen auf die Straße kommen, und Autos, auf die man – leider – noch ein Jahr (oder gar länger) warten muss, die den Charme ausmacht.

Beginnen wir mit jenen Autos, die schon relativ rasch bei den Händlern stehen werden. Bei den Kleinwagen ist eigentlich nur die erneuerte Version des Skoda Fabia erwähnenswert, im Kompaktwagen-Bereich werden der Kia Ceed (ja, den schreibt man neuerdings so), die Mercedes A-Klasse und der Toyota Auris neu in die Schauräume rollen.

Für die Fans von Business- Limousinen und -Kombis stehen in Genf entweder ganz oder teilweise neu der Audi A6, der Kia Optima, der Mazda6 Sport Combi, die Mercedes C-Klasse, der Peugeot 508 und der Volvo V60. An sportlichen Neuheiten darf man den Mercedes AMG GT und den Cupra Ateca nicht unerwähnt lassen.

Bei den SUVs und Crossovers wären BMW X4, Honda CR-V, Hyundai Santa Fe, das opulente Range Rover SV Coupé oder der SsangYong Musso zu nennen.

Doch was wäre ein Autosalon ohne den Ausblick auf Autos, die erst etwas später kommen werden? Meine persönlichen Favoriten im Bereich der Studien und Concept Cars sind der BMW Z4 und der Toyota Supra, die – was offiziell immer noch nicht bestätigt wurde – beide von Magna Steyr in Graz gebaut werden sollen. Fesch ist auch der Ausblick auf den neuen
8er-BMW.

Und was ist mit den Elektroautos?

An wirklichen Neuheiten, die schon bald anrollen, ist eigentlich nur die E-Version des Hyundai Kona und der Jaguar I-Pace nennenswert. Doch dass der Großangriff des VW-Konzerns bevorsteht (Ende 2019 geht es los), zeigen die Studien VW I.D. Vizzion, Audi e-tron, Porsche Mission E Cross Turismo und Skoda Vision X.

Wer noch „grüner“ (also mit einem Brennstoffzellen-Fahrzeug) unterwegs sein will, kann sich demnächst den neuen Hyundai Nexo kaufen. Allerdings muss man in Österreich nach wie vor mit nur fünf Wasserstofftankstellen auskommen.

Zurück nach Genf: Dort war natürlich auch die Zukunft des Diesels eines der dominierenden Themen. Allerdings ist Toyota der einzige Hersteller, der (außer in Geländewagen und leichten Nutzfahrzeugen) schon bald keine derartigen Autos mehr verkaufen will. Und je näher der EU-Austritt Großbritanniens kommt, umso mehr wird über die Auswirkungen des Brexit diskutiert. Vor allem Land Rover, Jaguar, Honda und Nissan, die auf der Insel große Werke haben, hoffen auf vernünftige Lösungen …

Der Genfer Salon ist übrigens noch bis zum 18. März geöffnet.