Autofahrer fürchten Wildwechsel und Straßenzustand. Zwei Drittel der Verkehrstoten verunglückten laut ÖAMTC auf Freilandstraßen.

Von Redaktion APA. Erstellt am 22. Februar 2019 (05:00)
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Nach einer Umfrage unter 1.500 Mitgliedern werden vor allem der Wildwechsel und der Straßenzustand als gefährlich empfunden. Niedrigere Tempolimits lehnten zwei Drittel der Befragten ab.

Wildunfälle mit Personenschaden machen weniger als ein Prozent aller Verkehrsunfälle aus, wie ÖAMTC-Verkehrstechniker David Nose feststellte. Bäume und Hindernisse am Straßenrand wurden von den Befragten hingegen kaum als Gefahr gesehen. Das liege daran, dass sie ein gewohntes Bild sind und die Verkehrsteilnehmer - anders als das Wild - nicht überraschen.

"Hier müssen wir auf ein fehlendes Gefahrenbewusstsein hinweisen. Bei jedem dritten Unfall kommen Fahrzeuge von der Freilandstraße ab – dann ist ein möglicher Aufprall auf ein Hindernis wie einen Baum oder einen Masten oft fatal", erläuterte Nose. Er plädierte für mehr seitliche Absicherungen.

Bei der Befragung erhob der ÖAMTC auch, welche Maßnahmen aus Sicht der Verkehrsteilnehmer die Sicherheit auf Freilandstraßen erhöhen könnten. Über 75 Prozent sprachen sich dabei für bessere Straßenbeläge sowie sauberere Fahrbahnen aus. Darüber hinaus werden auch mehr Kriech- bzw. Ausweichspuren bei Steigungsstrecken und besser erkennbare Mittel- und Randmarkierungen als sicherheitsfördernd angesehen. Am wenigsten zielführend erachteten die Befragten das Herabsetzen des generellen Tempolimits. Mehr als zwei Drittel lehnten das ab.

Genau dafür trat aber der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) ein. Er forderte am Dienstag Tempo 80 als Regelgeschwindigkeit auf Freilandstraßen und verwies in dem Zusammenhang auf Frankreich. Dort sei Tempo 80 im vergangenen Juli auf Freilandstraßen eingeführt worden, wodurch die Zahl der Verkehrstoten stark zurückgegangen sei. Höheres Tempo auf Freilandstraßen soll nach Ansicht des VCÖ nur dort gelten, wo es aus Sicht der Verkehrssicherheit zulässig sei.