Erstellt am 22. Januar 2019, 02:06

von Beatrix Keckeis-Hiller

Rebellischer Rabauke. Hyundai ergänzt die i30-Familie jetzt auch mit einem N-Leistungsargument für den Fastback – mit 250 oder 275 PS.

Alles andere als glattgebügelt und genau deshalb so spaßig: Als Fastback hat der i30 N gegenüber dem normalen i30 N einerseits noch rebellischere, andererseits verfeinerte Fahrmanieren. Und das Kofferraumvolumen legte zu: von 381 bis 1.287 auf 436 bis 1.337 Liter.  |  Hyundai

Die Pflicht erledigt hat Hyundai schon längst, mit einer kompletten Modellpalette, die vom Kleinstwagen über SUVs bis zum Familientransporter, vom gesäuberten Verbrenner über Teil- und Vollzeitelektriker bis zum Brennstoffzeller reicht. Damit ist die südkoreanische Marke auf Augenhöhe mit alteingesessenen Marken. Das alles steht sehr im Zeichen von Ernsthaftigkeit und Vernunft. Aber auch die Hyundai-Leute wollen spielen, Emotion zeigen, auf den Putz hauen! Dass sie auch rebellische Rabauken sein können, das haben sie vor allem im Rallyesport bewiesen.

Davon sollten die Konsumenten ebenfalls etwas haben. Und das hat Hyundai vor etwas mehr als einem Jahr serviert: den i30 in der N-Version. Der Sportvariante des Kompakten wurde ein Leistungspaket aus einem 2,0-Liter-Turbobenziner unter die Fronthaube gepackt – einmal mit 250 PS, einmal mit 275 PS. Und versehen mit allem, was traditionell für sportlichen Fahrspaß steht, darunter eine manuelle Sechs-Gang-Schaltung und eine „echte“ Handbremse mit konventionellem Hebel – natürlich nicht ohne das erforderliche elektronische Sicherheitsnetz, samt Stabilitätsprogramm (das abschaltbar ist). Damit reihte sich Hyundai ins Umfeld europäischer und asiatischer frontgetriebener Hothatches ein. Wiederum auf Augenhöhe, allerdings, und das ist eigentlich untypisch, ohne Anspruch auf hundertprozentige Perfektion.

„Der i30 Fastback N spannt den Spagat zwischen Alltags- und Rennstreckentauglichkeit noch besser als der normale i30 N – samt einem Plus an Kofferraum …“ Valeska Haaf, Pressesprecherin Hyundai Österreich

Es wären jedoch nicht die umtriebigen Südkoreaner, wäre ihnen zum Thema Kompakt-Performer nicht noch etwas eingefallen. Ergebnis ist, dass sie nun auch die Fastback-Version des i30, ein Coupé mit vier Türen und großer Heckklappe, mit dem Performance-Paket in den Sportlerstand erhoben haben. Das ging einher mit Feinarbeit. Gefeilt wurde an der Aerodynamik, ebenso am Fahrwerkssetting, es ist bei aller knackigen Härte verdaulicher abgestimmt.

Weiter gespreizt sind die Abstufungen des Offerts an Fahrprogrammen, mit der Auswahl aus Eco-, Normal-, Sport- und N-Modus plus einem individuellen Setting kann man durchaus auch familienfreundliches Federungsverhalten justieren.

"Längenzuwachs fällt kaum auf"

Der Längenzuwachs um zwölf Zentimeter – auf 4,455 Meter – bei gleich gebliebenem Basislayout (2,650 Meter Radstand) fällt beim Einparken kaum auf. Die rund 20 Kilogramm Mehrgewicht zu spüren wäre reine Einbildung. Die um knapp dreieinhalb Zentimeter reduzierte Höhe fällt nicht auf, wenn man hinter dem Steuer sitzt.

Seinen ersten Auftritt legte der i30 Fastback N auf staubtrockenem, fast sommerlichem Terrain hin. Auf der Urlaubsinsel Gran Canaria konnte er sein Potenzial auf jeglicher Art von Fahrbahnzuständen ausspielen: mehr als knackig federnd auf der Landstraße, präzise einlenkend auf (gesperrtem) Kurventerrain, traktionssicher auf der Rennstrecke. Das Getriebe ist kurzwegig, die unteren Gänge sind ebenso kurz abgestuft. Ohne ESP wird das Benehmen anregend, doch nie unanständig.

Begleitet wird das in der performanten 275-PS-Version von klappengesteuertem (durchkomponiertem) Auspuffsound. Der ist richtig dreckig. Extra erwähnt werden müssen die Bremsen: Die haben sich als dauerhaft standfest bewiesen – ob beim Haarnadel-Wedeln bergauf wie bergab oder beim scharfen Anbremsen auf dem Racetrack.