Erstellt am 15. Mai 2018, 11:43

von Franz Farkas

Vesta-Modellfamilie: Die Russen kommen! . Der russische Autohersteller will mit der Vesta- Modellfamilie einen beachtlichen Neuanfang hinlegen.

Moderne Assistenzsysteme (wie zum Beispiel einen Fahrspurassistenten) sucht man beim Vesta SW umsonst, es gibt sie nicht. Aber braucht man sie wirklich? Generell muss man sagen: Der Lada ist ein Vernunftauto, mit dem man pro-blemlos von A nach B kommt.  |  Lada

Lada – das stand immer für ra-tionale Autos mit überschaubarer Technik und genau solcher Ausstattung. Das ist nun komplett anders …

Der Vesta Sedan hat Zuwachs bekommen: Die Kombis SW und SW Cross sind ganz auf die Bedürfnisse der Europäer zugeschnitten. Das ist umso beacht-licher, als dass diese Fahrzeuggattung in Russland bzw. im ganzen Osten kaum Zuspruch findet – hier setzt man in erster Linie auf die Stufenheck-Limousine.

Der Vesta SW ist aber anders, als man es von Lada erwarten würde. Schon optisch besticht er durch ein modernes Design, das von den Lada-Leuten „X Design“ genannt wird. Für das Aussehen ist übrigens der Brite Steve Mattin, ehemals Mercedes-Benz und Volvo, verantwortlich. Innen sind ebenfalls neue Zeiten angebrochen: Sitze mit bunten Applikationen, ausreichend Ablagen und reichlich Raum auch im Fond garantieren den Passagieren ein feines Reisen.

„Wir werden vor allem in das Händlernetz investieren“ Max Schmid, Verkaufsleiter Lada in Österreich

Dazu kommt noch eine wirklich reichhaltige Serienausstattung. Schon die Grundausstattung hat sieben Airbags, ESP, Berganfahrhilfe, Licht- und Regensensor, Sitzheizung vorne … Bei der Topausstattung gibt es sogar eine beheizbare Frontscheibe, Sitzheizung hinten, Rückfahrkamera und Navigationssystem. Der SW Cross bietet neben einer dezenten Höherlegung 17-Zoll-Felgen, eine Rundumbeplankung aus Kunststoff, Unterfahrschutz sowie eine spezielle ESP-Abstimmung.

Beim Vesta-Kombi ist das Kofferraumabteil reichlich bemessen, die Fondbank 40:60 Prozent umlegbar (maximales Kofferraumvolumen 825 Liter – Lada gibt hier nur den Wert für eine fensterhohe Beladung an, dachhoch sollte der Laderaum deutlich über 1.000 Liter aufnehmen). Weiters bieten alle drei Vesta-Modelle ein komplettes Reserverad – ein Novum in heutigen Zeiten.

Technik kommt von der Renault/Nissan-Allianz

Die Technik kommt von der Renault/Nissan-Allianz, zu der Lada seit 2012 gehört. Es gibt unter der Motorhaube einen Vierzylinder-Benziner mit 1,6 Litern Hubraum und 106 PS, das maximale Drehmoment beträgt 148 Newtonmeter bei 4.200 Umdrehungen pro Minute. Diesel? Fehlanzeige! Beim Getriebe kann man zwischen einem Schaltgetriebe und einem automatisierten Schaltgetriebe (jeweils fünf Gänge) wählen. Die Vesta-Modellfamilie ist ausschließlich mit Frontantrieb zu haben, Allradantrieb ist momentan kein Thema, könnte aber eines werden.

Die Preise wirken auf den ersten Blick eher hoch, doch es gibt dafür einen immerhin 4,4 Meter langen Wagen mit viel Platz und reichhaltiger Ausstattung. Erfreulich kurz ist die Aufpreisliste, sie umfasst nur eine Anhängerkupplung, einen Flüssiggastank (anstatt des Reserverades) und eine Schutzfolie für die (eigentlich nicht vorhandene) Ladekante.

Gebaut werden die Vesta-Modelle in einer modernen Fabrik in Izhevsk in der russischen Provinz Udmurtien. Mittelfristig will Lada in Österreich einen Marktanteil von 0,5 Prozent erreichen! Es könnte auch ein Kompakt-SUV namens X-Ray auf den Markt kommen.