Die magische Sieben. Sechs Generationen lang blieb uns der Lexus ES vorenthalten. Jetzt kommt die Limousine aber auch nach Europa!

Von Thomas Vogelleitner. Erstellt am 22. Januar 2019 (01:06)
Lexus
Typisch Lexus: Der ES ist bis in das kleinste Detail durchdacht – und optisch überzeugt er mit mutigen Designelementen. Ein Steckdosen-Hybrid (Plug-in) ist nicht geplant.

Seit 1989 gibt es schon den ES („Executive Sedan“) – mit 2,3 Millionen verkauften Einheiten ist der Mittelklasse-Wagen die beliebteste Lexus-Limousine (und nach dem RX das zweitmeistverkaufte Modell bei den Nobel-Japanern). Respekt! Aber bis dato war dieser Lexus bei uns nicht zu haben – bis dato! Generation Nummer sieben geht jetzt auch bei
uns an den Start. Sie löst dabei (in Europa) den GS ab.

Hat(te) der GS Heckantrieb, kommt der ES ausschließlich mit Frontantrieb. Warum das? Das ist leicht zu erklären: Der ES basiert in allen Generationen auf der Plattform des Toyota Camry und besitzt damit Frontantrieb (der neue Camry startet übrigens auch heuer).

„Der ES ist eine Wellness-Oase – Komfort auf hohem Niveau!“ Christian Wotypka, Pressesprecher Lexus Österreich

Aufgebaut ist die neue ES-Generation auf der GA-K-Frontantriebsplattform, die eigentlich die TNGA-Plattform von Toyota ist. Die 4.975 Millimeter lange Limousine (Radstand: 2.870 Millime-ter) glänzt mit einem überdurchschnittlichen Platzangebot für alle Insassen. Selbst hinter einem 1,90 Meter großen „Chauffeur“ kann ein Erwachsener auch noch gut sitzen (falls er kein Riese ist). Das coupéhafte Dach mit abfallender Linie schaut zwar cool aus, kostet den Hinterbänklern aber Luft nach oben.

Der Fahrer sitzt bequem und findet sich auch schnell zurecht. Allein die beiden „Hörner“ links und rechts vor ihm am Armaturenbrett sind gewöhnungsbedürftig. Nicht zum Bedienen, aber der Optik wegen. Der Rest des Cockpits ist für den amerikanischen Hauptmarkt „state of the art“. Das Display auf der Mittelkonsole liegt gut im Blickfeld und fügt sich sauber in die Innenraumgestaltung ein. Dass die Materialien von der besten Sorte sind, versteht sich bei einem Lexus natürlich von selbst.

Das Kofferraumvolumen im fünfsitzigen Zustand geben die Japaner mit 454 Litern an– ein Vielfraß ist er nicht (die Rücksitzbank lässt sich nicht umklappen), aber damit kann man trotzdem gut leben. In seiner Heimat, in Japan, hat der ES eine echte Weltneuheit zu bieten: Kameras statt Außenspiegel …

Nach Österreich kommt der ES ausschließlich mit Hybridantrieb (es gäbe auch einen V6-Benziner). Systemleistung: 218 PS (2,5-Liter-Benziner mit 178 PS und Elek-tromotor mit 120 PS). „Hybridantrieb der vierten Generation“, wird betont. Spritverbrauch: ab 4,4 Liter pro 100 Kilometer (ab 100 Gramm CO 2 pro Kilometer). Höchstgeschwindigkeit (180 km/h) und Beschleunigung (in 8,9 Sekunden auf Tempo 100) sind okay, der ES ist aber eher einer für das entspannte Dahingleiten.

Für dieses Dahingleiten sorgt auch das stufenlos agierende CVT-Getriebe, wie wir bei Testfahrten rund um Malaga (wieder) feststellen mussten. Kräftiges Gasgeben ist nicht erwünscht bzw. wird mit Aufheulen des Motors „bestraft“ (dieses Aufheulen wird aber immer weniger). Also: Dahingleiten und die Ruhe genießen! Ein aufwändiges Dämmkonzept hält die Motorengeräusche weitgehend draußen. Häufig ist es eher der Fall, dass ein grober Asphalt zu stärkeren Abrollgeräuschen führt. Das Fahrwerk ist angenehm komfortabel abgestimmt und die Lenkung ausreichend direkt, um ein aktives Fahrgefühl zu generieren.