Jeep Cherokee: Weniger ist mehr . Hubraum ist durch nichts zu ersetzen, außer durch noch mehr Hubraum … Das war einmal! Jeep bietet den Cherokee jetzt mit einem „kleinen“ Benzinmotor an.

Von Thomas Vogelleitner. Erstellt am 25. Juni 2019 (02:41)
Jeep
Cherokee Trailhawk („der fähigste Mittelklasse-SUV“ © Jeep) – das heißt: Allradantrieb „Active Drive Lock“ mit Geländeuntersetzung, spezielle Geländereifen, Unterfahrschutz, Motorhaube mit Blendschutzbeklebung …

Die Zeiten ändern sich. Das müssen auch die (zuletzt äußerst erfolgreichen) Jeep-Leute zur Kenntnis nehmen und das Beste daraus machen. Und sie haben auch das Beste daraus gemacht …

Heißt konkret: Der Cherokee hat einen neuen Benzinmotor bekommen. Name: 2.0 T-GDI. Mit 272 PS und 400 Newtonmeter. Zum Vergleich: Der deutlich hubraumstärkere Vorgänger 3.2 V6 lieferte 85 Newtonmeter weniger, und das auch noch bei einer um 1.300 Umdrehungen pro Minute höheren Drehzahl.

Der 2,0-Liter-Block ist auch schon bei Alfa Romeo (Giulia, Stelvio) in Gebrauch, im Fiat-Chrysler-Universum heißt er offi-ziell GME (die drei Buchstaben stehen für „Global Medium Engine“). Ein Hightech-Meisterwerk ist der 2.0 T-GDI – siehe zweiflu-tiger Turbolader mit geringer Massenträgheit, siehe elektrisch gesteuertes Bypass-Ventil …

„Der neue Benziner steht dem Cherokee ausgezeichnet!“ Andreas Blecha, Pressesprecher FCA Austria 

Wie fährt sich der Cherokee mit dem „kleinen“ Motor? Ausgesprochen munter – ein druckvoll agierender Antrieb. Fühlt sich in jeder Fahrsituation besser und kräftiger an als mit dem alten Sauger-V6.

In Sachen Durchzugskraft eine klare Alternative zum 195-PS-Diesel. Die neungängige Wandlerautomatik passt perfekt dazu, ist kein Spielverderber. Beim Verbrauch wird man sich auch bei normaler Fahrweise eher an zweistellige Werte gewöhnen müssen (die italienischen Amis geben einen Durchschnittsverbrauch von mindestens 7,2 Litern an). Und der Motorsound? Naja, ehrlich gesagt könnte er rauer klingen. Weitere (neue) Cherokee-Motorisierungen sind übrigens nicht geplant: Mit jeder Variante weniger spart der Hersteller Geld.

Neu beim Cherokee ist auch die geländegängige Trailhawk-Variante, die ausschließlich mit dem neuen Benziner zu haben ist. Die Bodenfreiheit wurde gegenüber den anderen Varianten um 20 Millimeter erhöht (auf 221 Millimeter). Plus: Böschungswinkel vorne/hinten 29/32,2 Grad, Rampenwinkel 22,9 Grad – wow!

Blick in die nahe Jeep-Zukunft: Nächstes Jahr kommen Renegade und Wrangler als Plug-in-Hybride auf den Markt (elektrische Reichweite um die 50 Kilometer). Und für 2021/2022 sind die ersten Vollelektriker aus dem Hause Jeep angesagt.