Neu: Mercedes-Benz GLC/GLC Coupé. Mercedes-Benz präparierte die GLC-Familie optisch, technisch und motorisch für die nächste Zukunft.

Von Beatrix Keckeis-Hiller. Erstellt am 20. Juni 2019 (07:59)
Mercedes-Benz
Fesch und flott ist der GLC als „Ecktyp“ und als Coupé (Bild) gleichermaßen. Ein retuschierter Anstrich und ein neu arrangiertes Antriebsprogramm – bis 510 PS – sorgen dafür, dass es auch so bleibt.

Noch ziemlich frisch ist das vom GLK zum GLC gewandelte kompakte Mitglied der SUV-Baureihen von Mercedes-Benz. Erst 2015 ist es auf den Markt gekommen – zuerst als „Ecktyp“, ein Jahr später auch als Coupé. Und schon wurde es zum Update geschickt.

Das brachte eine optische Politur mit sich, sichtbar an der Front und am Heck, anhand von retuschiertem Stoßfänger- und Kühlergrilldesign sowie neuen Felgenoptionen. Voll-LED-Scheinwerfer und LED-Heckleuchten sind nun Serie. Im Interieur hat sich auf den ersten Blick augenfällig nicht viel getan. Die Infoinstrumente sind optional auch digital zu haben. Klavierlackdekor und neue Steuerungselemente am Lenkrad – man kann nun auch hier touchen – gehören dazu.

Auf jeden Fall ist das mit der neuen A-Klasse eingeführte Multimediasystem MBUX (Mercedes-Benz User Experience) an Bord, bedienbar über Lenkradtasten, Touchpad (statt des bisherigen Dreh- und Drückreglers auf der Mittelkonsole) oder via Stimme. Das System versteht jetzt auch österreichisch.

Neue Motorengeneration

In Entsprechung der noch restriktiver angezogenen EU-Schraube bezüglich Emissionen und Verbrauch ging es bei der Aktualisierung in erster Linie um die Antriebe. Unter den Motorhauben ist die neue Generation an 2,0-Liter-Vierzylindern eingezogen. Die Benziner sind Mildhybride, auf Basis eines 48-Volt-Bordnetzes, samt Riemen-Startergenerator und Bremsenergierückgewinnung. Die Diesel arbeiten nochmals abgasgereinigter, damit emissionsreduzierter. Alle Aggregate sind jetzt mit einer neunstufigen Wandlerautomatik zusammengespannt.

Der Otto hat 197 oder 258 PS, der Selbstzünder 163, 194 oder 245 PS. Allrad kann man in den niedrigeren Leistungsstufen (200, 200 d, 220 d) dazubestellen (sonst Heckantrieb), 300 und 300 d sind grundsätzlich mit 4Matic ausgestattet. Das sind ebenso die beiden von einem 4,0-Liter-V8-Biturbo angeschobenen AMGs, 63 mit 476 PS, 63 S mit 510 PS. Zu diesen Startmotorisierungen folgen weitere, darunter ein Benziner-Plug-in-Hybrid, der – im Gegensatz zu den reinen Verbrennern und den Sportlern – noch nicht zum Ausprobieren zur Verfügung stand. Dafür konnte man im Brennstoffzeller Fahrluft schnuppern (kommt frühestens 2020 nach Österreich).

Mercedes-Benz hat in diesem Alternativen die mit Wasserstoff gespeiste Stromerzeugungstechnik an ein Plug-in-Hybrid-System gekoppelt. Das bringt eine Systemleistung von 200 PS und eine mögliche Reichweite von bis zu 500 Kilometern. Im Umgang mit dem Stromer offenbart sich außer der Antrittsmühelosigkeit des Elektromotors die sorgfältige Geräuschdämmung, grad beim Starten ist ein leises Schlucken zu vernehmen. Umgebungsgeräusche sind jedoch bei allen Antriebsvarianten so gut wie gänzlich ausgesperrt.

Die Vierzylinder verraten akustisch nicht, ob es gerade ein Benziner oder ein Diesel ist. Auch die AMGs werden nie proletoid laut, dafür überzeugen sie mit unbändiger Antriebsmunterkeit und blitzschnellen Schaltvorgängen der auf Sport getrimmten Automatik. (Profi-)Resultat ist eine Topzeit auf der Nürburgring-Nordschleife: 7:49,369 Minuten.

Zwei Geländefahrmodi

Doch – je nach Antriebsstrang – nicht nur sporteln kann der GLC, ob „Ecktyp“ oder Coupé. Stuttgart hat das Optionenprogramm um eine Offroad-Ausrüstung ergänzt. Auf Basis einer Luftfederung kann man den GLC höher respektive niedriger stellen – um jeweils 15 Millimeter. In Ergänzung der Fahrprogramme kommen dann zwei Geländefahrmodi hinzu. Dass die etwas können, ließen die Mercedes-Benz-Leute auf einem abwechslungsreichen Parcours testen.

Auch hier zeigen sich die Effekte der exzellenten Geräuschdämmung, auch hier bleibt die Fahrwerkabstimmung stets im komfortablen Bereich. Dafür sorgt eine Armada an unterstützenden elektronischen Fahrhelfern, die je nach Fahrwerkswahl für sanften, aber bestimmten Bodenunebenheitenausgleich sorgen. Die Helferliste inkludiert unter anderem Anhängerrangier- und erweiterten Bremsassistent, der auch am Stauende und bei Gegenverkehr gegebenenfalls eingreift.

Neu: Mercedes-Benz GLC/GLC Coupé

Start & Preis. Markteinführung im Juli. Benziner ab 50.640/53.290 Euro, Diesel ab 49.910/53.710 Euro (SUV/Coupé) – jeweils mit Heckantrieb.