Erstellt am 15. Mai 2018, 11:49

von Beatrix Keckeis-Hiller

DS Automobiles machen sich in der Formel E stark. Die Franzosen machen sich mit DS Virgin Racing in der Formel E stark – Entwicklungslabor für die kommenden Elektriker.

Die Formel E absolviert gerade ihre fünfte Saison. In Paris ist DS Automobiles mit dem Formel-E-Boliden des DS-Virgin-Racing-Teams aufgetreten – auf den Champs Elysées,in Begleitung des Konzeptmodells E-Tense.  |  DS Virgin Racing

In relativer Stille etabliert sich die Formel E. Die Stromer-WM, gefahren mit ebenso bunten Monoposto-Boliden wie die Formel I, zieht seit 2014/15 rund um die Welt. Langsam, in der mittlerweile fünften Saison, wird man auf diese aufmerksam. Diese Motorsport-Rennserie, die ihre Präsenz nicht mit heulenden Motoren, sondern mit säuselnden, aus Battieren gespeisten Stromaggregaten manifestiert, gewinnt auch medial an Bedeutung. Das tut sie mitten in oder am Rand von Millionenmetropolen wie Hongkong, Marrakesch, Santiago de Chile, Punta del Este (Uruguay), Mexiko City, Rom (dieses Jahr zum ersten Mal), Paris, Berlin, Zürich (ebenfalls eine Premiere und das erste Motorsport-Event seit 1954), Berlin und New York.

„Die PSA-Gruppe hat ein klares Ziel: DS Automobiles soll zu den weltweiten Marktführern elektrifizierter Fahrzeuge gehören!“ Christoph Stummvoll, Pressesprecher PSA Österreich

Paris war heuer das dritte Mal Schauplatz der Elektro-Formel, die im Herzen der Stadt an der Seine rund um den Invalidendom, in Sichtweite des Eiffelturms, in 49 Runden über einen knapp zwei Kilometer langen – und sehr engen – Kurs geht. Für die französische Autoindustrie ist das in mehrfacher Hinsicht ein Heimspiel. Die noch aktuellen, weitgehend einheitlichen Boliden der von FIA-Präsident Jean Todt initiierten Rennserie basieren auf einer Entwicklung unter der Federführung von Renault, in Zusammenarbeit mit Dallara (Chassis), McLaren (Elektronik) und Williams (Batterien).

Die Eckdaten: fünf Meter Länge, 880 Kilogramm Mindestgewicht (inklusive Fahrer, 320 Kilogramm wiegt der Akku), 28 kWh Batteriekapazität, 270 PS im Training, 240 PS im Rennen (kann mittels Fan-Boost kurzfristig auf volle Leistung gepusht werden), 0-auf-100-Sprint in drei Sekunden, 225 km/h Topspeed. Die Reichweite? Ein halbes Rennen. Ungefähr zur Mitte muss das Auto getauscht werden. Weshalb die zehn Teams mit je zwei Fahrern jeweils zwei Boliden bereitstellen. Reifentausch? Nur im Notfall.

Damit werden pro Jahr zwölf Läufe absolviert. Waren es anfangs, bis auf Renault, private Teams, so wollen immer mehr Hersteller direkt in die Formel E. Die PSA-Gruppe ist, als DS Virgin Racing, seit der zweiten Saison dabei. Jaguar stieg im Vorjahr ein. Audi ist seit heuer drin. BMW und Mercedes-Benz möchten, sie sind im Hintergrund bereits präsent.

Renault steigt mit Ende der Meisterschaft 2017/18 aus

Renault steigt mit Ende der Meisterschaft 2017/18 aus. Die französische Fahne weiterhin hochhalten wird DS Automobiles. Mit der Teilnahme an der E-Prix-Rennserie hat die Edelmarke ihren Platz in der PSA-Gruppe definiert: als Versuchs- und Entwicklungslabor im Hinblick auf die Elektrifizierung aller drei Marken (Citroën, Peugeot und eben DS Automobiles).

Die Premiere gebührt demnach DS Automobiles, den Anfang wird der DS7 Crossback machen: Er wird in Paris im Rahmen des Autosalons (4. bis 14. Oktober) als Plug-in-Hybrid mit 300 PS Systemleistung debütieren, unter der Typenbezeichnung E-Tense 4x4, weil versehen mit elektrisch generiertem Allradantrieb. DS-Automobiles-CEO Yves Bonnefont wird es dabei nicht belassen: Ab 2025 will er alle Baureihen (aktuelle und künftige) elektrifiziert haben. Immerhin ist der DS5 momentan noch in der Hybrid4-Variante zu haben. Mit Diesel. Bei den künftigen Teilelektrikern ist jedoch Benzinantrieb als Kooperationspartner der E-Aggregate im Einsatz. Dazu wird eine Reihe von Batteriestromern kommen.

Bis es so weit ist, wird DS Automobiles weiter aus den Formel-E-Erfahrungen schöpfen. Es steht eine große Veränderung für die Saison 2018/19 an: Die gestärkten Akkus müssen dann für eine volle Renndistanz ausreichen. Das könnte eine Stromrevolution im Hinblick auf die Reichweite bedeuten!