Ehrgeizige Ziele für 2019 des AMS Baden . Mit Ende März waren im Bezirk Baden 237 Personen mit anerkannter Behinderung arbeitslos vorgemerkt. Während die Arbeitslosigkeit insgesamt in Baden zuletzt um 8,8 Prozent gesunken ist, blieb jene der behinderten Jobsuchenden mit Minus 5,2 Prozent darunter.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 24. April 2019 (06:56)
Andreas Fussi
Birgit Ruthner (Witaf), Gerhard Rappold und Sabrina Winterleitner (zwei der drei eingestellten Gehörlosen), Bernhard Fabian (EMCOOLS), AMS-Leiterin Claudia Schweiger und Martin Kohlmayr (AMS). Seit sieben Monaten sind die Gehörlosen schon im Team – „die Zeit verläuft wie im Flug“, konstatiert Bernhard. Ruthner schwärmt gar von „einem Vorzeigeprojekt“, sie sei begeistert, wie gut alles funktioniere.

„Diese Menschen haben es besonders schwer, am Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen. Wir werden daher heuer einen Schwerpunkt setzen, um sie beim beruflichen Wiedereinstieg noch besser zu unterstützen“, betont die Leiterin des AMS Baden, Claudia Schweiger.

Das AMS Baden hat als Ziel, für 85 Personen mit Einschränkungen nach dem Behinderteneinstellgesetz bzw. für jene mit Behindertenpass eine nachhaltige Arbeitsaufnahme zu unterstützen. Es stellt Lohnkostenförderungen für Unternehmen bereit, die Jobsuchende mit Behinderungen anstellen.
In Kooperation mit NEBA, dem Netzwerk Berufliche Assistenz des Sozialministeriumservice, wird dafür gesorgt, dass ein Einstieg bestmöglich gelingen kann. Die Arbeitsassistenten halten mit Betroffenen und Dienstgebern Kontakt und unterstützen beim Einstieg, begleiten beim Arbeitsalltag, suchen bei Krisen eine Lösung oder koordinieren den Kontakt zu Behörden.

Wie gut das gelingt, konnte Schweiger bei einem Betriebsbesuch bei der im Traiskirchner Semperit-Areal niedergelassenen Firma EMCOOLS Medical Cooling Systems GmbH erfahren. Der Medizintechnikhersteller mit 29 Mitarbeitern beschäftigt sich mit Produkten für die mobile und hocheffiziente Patientenkühlung. Neben dem medizinischen Sektor ist die Firma auch im Sportbereich aktiv. Unter anderem werden in Traiskirchen Kühl-Lösungen zur Leistungssteigerung hergestellt.
Im Betrieb werden drei gehörlose Mitarbeiter beschäftigt, die von der Arbeitsassistenz für Gehorlose NÖ (Witaf) betreut werden. Qualitätsmanager Bernhard Fabian ist voll des Lobes über die Neuzugänge.

Die gehörlosen Mitarbeiter wurden von der Belegschaft so gut angenommen, dass sogar Gebärdensprachkurse für die Mitarbeiter angeboten wurden. „Es ist ein sehr angenehmes Arbeitsklima hier, die Arbeit gefällt mir sehr gut“, freut sich Gerhard Rappold, der vorwiegend in der Logistik zum Einsatz kommt. „Ich habe mich sehr gefreut, dass die Kollegen so offen uns gegenüber sind“, ergänzt er. „Das Team ist so nett“, lobt auch Sabrina Winterleitner. Die Verständigung klappe gut, manchmal würden die Mitarbeiter versuchen, ihre Mimik zu deuten. „Spaß muss sein, deswegen funktioniert es auch so gut“, sagt sie.

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