Badener Autorin Gertraud Klemm erhält Toller-Preis. Badener Autorin reiht sich in illustre Runde bekannter Schriftsteller ein und bekommt den renommierten Preis der Ernst-Toller-Gesellschaft aus Neuburg an der Donau.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 22. Juni 2021 (14:46)
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Gertraud Klemm erhält den Ernst-Toller-Preis 2021. Bisherige Preisträger waren u.a. Felix Mitterer (2001), Juli Zeh (2003), Günter Grass (2007), Gerhard Polt (2009), Christoph Ransmayr (2013) und Wolf Biermann (2018).
Stefan Sappert, Stefan Sappert

Die Ernst-Toller-Gesellschaft e.V. mit Sitz in Neuburg an der Donau verleiht den Ernst-Toller-Preis 2021, im 25. Jahr ihres Bestehens, an die aus Baden stammende Schriftstellerin Gertraud Klemm. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird am 25. September verliehen.

Ausgezeichnet werden schriftstellerische Leistungen aus dem Grenzbereich von Literatur und Politik. „Mit Gertraud Klemm ehrt die Ernst-Toller-Gesellschaft ein literarisches Werk, welches in ironisch-kritischer Weise Strukturen der Macht kritisch hinterfragt“, heißt es in der Begründung der Jury.

Seit ihren Anfängen beschäftige sich die Autorin mit der feministischen Analyse bürgerlicher Frauenrollen, sie rücke Sexismus, Mutterschaft und Adoption ebenso ins Zentrum ihrer Texte wie das Altern, die neoliberale Erfolgs- und Wertegesellschaft sowie Religion.

In ihrem Gesellschaftsroman Hippocampus aus 2019 zeige Klemm anhand des Kunst- und Literaturbetriebs „die patriarchalen Strukturen und zermürbenden Mechanismen der Gesellschaft auf“ und fordere zur Reflexion der Erinnerungskultur auf. Dem komme die Ernst-Toller-Gesellschaft gerade im 25. Jahr ihres Bestehens gerne nach. „Mit Toller verbindet Gertraud Klemm der Wille zum Protest sowie die Fähigkeit, auch dort unnachlässig Kritik zu üben, wo kurzfristig kaum Applaus zu erwarten ist“, so die Jury.