Hochwarter: „Ich bin schon LIX!“. Der Badener Künstler Hubert Hochwarter stellt im Haus der Kunst aus. Der Titel der Schau ist sein Alter in römischen Zahlen.

Von Sandra Sagmeister. Erstellt am 18. Juni 2021 (03:10)
BADEN - Ausstellung - Hochwarter: „Ich bin schon LIX!“
Hubert Hochwarter unter einer Leiter, im noch leeren Ausstellungsraum: „Hat auch etwas Interessantes, wenn die Wände leer sind.“ 
Sagmeister

Wenn ein Mann 59 Jahre alt wird und Künstler ist, dann nicht wundern, wenn er auf die Frage „Wie alt bist du?“ sagt: „Ich bin schon lix!“ Hubert Hochwarter feierte, „wie George Clooney“ (60), seinen 59. Geburtstag am 6. Mai und nennt seine aktuelle Ausstellung Lix. Hochwarter greift auf die römischen Zahlen zurück, um das genaue Hinschauen auf das Wort, das ja eigentlich eine Zahl ist, zu initiieren. Das Alter sei für ihn nichts außergewöhnliches.

Hochwarter hat die zwangsbedingte Ausstellungspause vorigen Freitag endlich unterbrechen können. 2019 war seine letzte Schau, einzig im Möbelhaus Schwarzott sind einige seiner Bilder auch im Coronajahr ausgestellt gewesen. Nun zeigt er bis 20. Juni im Haus der Kunst zwar keine Retrospektive auf sein langes künstlerisches Schaffen, aber das, was in den letzten vier Jahren entstanden ist.

Analoger Dialog mit dem schauenden Publikum

Hochwarter, der auch als Lehrer im Gymnasium Frauengasse Kunst unterrichtet, braucht den analogen Dialog mit dem schauenden Publikum, deshalb „ist es mir so wichtig gewesen, jetzt endlich wieder raus gehen zu können, mit meinen Werken.“ Im Coronajahr habe er faktisch nur fürs Depot gemalt „und wenn die Kunst niemand sieht, dann ist sie ja für nichts gut“, sagt er. Kunst müsse raus, Zwiegespräch bewirken und diesen Dialog brauche er als Kunstschaffender ganz dringend, auch als Bestätigung und Reaktion für und auf seine Arbeit. „Das ist so, wie wenn ein Weinhauer weiter Wein produziert, aber keiner trinkt ihn, weil Alkoholverbot ist, dann ist der Wein wertlos.“

Als Künstler wolle man produzieren und nur weil Corona draußen herrsche, „gehen einem ja die Ideen nicht aus“, sagt Hochwarter, der allerdings begonnen hat, Werke, die noch nicht fertig waren, fertigzustellen, oder Bilder, „die mir nicht so gefallen haben, bis zur Unkenntlichkeit zu übermalen.“ Meist wird die Künstlerseele von Krisen allerdings befeuert.

Und so entstand auch bei Hochwartet eine neue Form, sich künstlerisch auszudrücken: Er tauchte in die Fotografie ein, holte sich aber einen erfahrenen Fotografen, Christian Schörg: Begonnen hat es mit einer Folie auf seiner Staffelei, wo sich Farbe durchdrückte und so einen interessanten Effekt produzierte und „diese neuartigen Bildkompositionen fotografierte mir Christian Schörg.“ Blockaden habe er keine gehabt, „ich spürte auch keinen Unterschied, in dem, wie ich gemalt habe.“ Belastet habe ihn nur das Fehlen des Publikums, „Kunst muss man in Gesellschaft erleben.“