Brennessel blickt wieder zurück. Alfred Aigelsreiter ist ein alter Kabarett-Hase und obwohl er in einer schnellen Zeit lebt, ändern sich manche Dinge nicht.

Von Sandra Sagmeister. Erstellt am 03. Januar 2020 (03:20)
Alfred Aigelsreiter wundert sich nicht mehr –seit Jahrzehnten schreibt er eigentlich immer das selbe: „Korruption hat es schon immer gegeben.“
NOEN

Seit Anfang Dezember tourt der nimmermüde Kabarettist und gelernte Schriftsetzer Alfred Aigelsreiter mit seinem Programm „Rückschaud-ern“ durch Österreich. Aigelsreiter gründete vor 37 Jahren die Kabarettgruppe „Brennesseln“ und schrieb alle 34 Programme fast im Alleingang. Bis Ende Februar ist er mit seinem Programm noch solo unterwegs.

Was für ihn das schaudervollste im Jahr 2019 war, erzählt er in einem kurzen NÖN-Interview.

NÖN: Warum schaudert es Sie immer so, wenn sie auf ein Jahr zurückblicken?
Alfred Aigelsreiter: Es ist einfach unglaublich, was im Laufe eines Jahres alles passiert. Aber es verwundert nicht, im Grunde ist es immer dasselbe, mit anderen Protagonisten, nur der HC ist eine enorme Ausnahme, Korruption hat es jedoch immer schon gegeben. Egal in welchem Gesellschaftssystem und Jahrhundert. Ich schreibe seit 40 Jahren Kabaretttexte, das waren, um die 50 Programme, aber die großen Themen ändern sich nicht.

Was war das Grauenvollste für Sie heuer?
Mit dem Wort des Jahres leicht erklärt: Ibiza.

Wie kommen Sie zu Ihren schaudervollen Kabarettprogrammen? Brauchen Sie da nur fern zu sehen oder Radio zu hören?
Ich bin ein Zeitungsleser. Zwei Qualitätszeitungen reichen, wenn man über die Grenzen blickt in den Spiegel und die Süddeutsche hat man Stoff genug. Man muss es dann nur mehr ironisch bis sarkastisch formulieren.

Was schaudert Sie, wenn Sie in Baden zurückblicken?
Dazu kenne ich die politische Lage zu wenig. Ich weiß nicht, was sich auf kommunaler Ebene tut.

Was wünschen Sie sich vom neuen Jahr?
Dass die Leute klüger werden, das ist allerdings ein frommer Wunsch. Persönlich wünsche ich mir Gesundheit.