Des Landes wichtigster Fotograf. Fotografenmeister Christian Schörg ist Berufsfotografen-Landesinnungsmeister.

Von Sonja Pohl und Andreas Fussi. Erstellt am 13. Januar 2019 (05:15)
Fussi
Christian Schörg betreute auch das BG/BRG Frauengasse für das Fotofestival in La Gacilly in Frankreich, wo die Klasse 2C im Vorjahr ihre mit dem Handy fotografierten Spuren auf den Schultischen ausstellte. 2019 sind die Bilder dann in Baden zu sehen.

Seit 1. Jänner ist Badens Fotografenmeister Christian Schörg vom Fotoatelier Schörg Landesinnungsmeister seines Berufsstandes. In der Innung engagiert er sich seit 28 Jahren – zuletzt 14 Jahre als stellvertretender Landesinnungsmeister.

Dass er Fotograf werden wollte, wusste er schon mit sieben Jahren: „Meine Eltern waren davon zwar wenig begeistert, unterstützten mich aber dennoch. Meine Lehrstelle sollte ich mir allerdings selbst organisieren“, erinnert er sich zurück. Gesagt getan, erlernte der behände Fotograf sein Handwerk von der Pike auf. „In einem Fotostudio in Brunn am Gebirge, was täglich mit 1,5 stündiger Hin- und Heimfahrt verbunden war – und zwar auch am Samstag“, ließ er sich auch davon nicht beirren.

Eine fundierte Ausbildung ist die Basis – Talent und Begeisterung für das Handwerk sind die Würze.“ Fotografen-Landesinnungsmeister Christian Schörg.

Seinen Lehrabschluss und die Meisterprüfung absolvierte er in Mindestzeit. „Genau genommen bestand ich alles Fachliche auf Anhieb. Nur für den positiven Abschluss der Buchhaltungsprüfung brauchte ich einen zweiten Anlauf, was heute aber den Vorteil hat, dass ich Bilanzen lesen kann“, lächelt der erfolgreiche Unternehmer.

Sein Fotoatelier gründete er in der Wienerstraße 60, wo er die ersten 18 Jahre seiner Berufslaufbahn verbringen sollte. „Von damals bis heute hat sich in allen Bereichen unglaublich viel getan. Die rasant technische Entwicklung – von der analogen zu digitalen Fotografie sowie ihre heutige Alltagstauglichkeit, die mit der Verschmelzung der Kameras mit Smartphone & Co. einherging, führte letztlich auch zum heute freien Gewerbe der Fotografie.“ Schörg ist sich aber auch sicher, dass zu keiner Zeit so viele Fotos entstanden wie heute. Ihre Entwicklung will er dennoch nicht missen.

„Mein erstes Fotolabor, in dem ich die ersten Schwarz-Weiß-Bilder gebannt aus den Entwicklerflüssigkeiten holte, besaß ich mit 12 Jahren. Die allererste Kamera dazu war eine Voigtländer Mittelformat“, ist Schörg stolz ob dieser Erfahrungen, die ihm in der Innung den Spitznamen Schwarz-Weiß-Guru geben. „Als ich 1998 die erste Digitalkamera um knapp 800.000 Schilling in Händen hielt, war ich ebenso wie ein Kollege überzeugt davon, dass sich diese Technologie schwer durchsetzen werde. Ein Jahr darauf hatte auch ich sie im Fotoatelier vollkommen integriert“, weiß der Meisterfotograf.

NOEN

Rasant schritten auch die betrieblichen Entwicklungen voran. Das Geschäftslokal in der Wienerstraße war bald zu klein, sodass Schörg sein Fotoatelier einerseits an den heutigen Standort Haueisgasse übersiedelte und parallel das rund 300 m große Studio in Traiskirchen sowie eine Filiale entstand. „Damit decken wir heute nicht nur das gesamte Spektrum der Industrie-, Werbe- und Porträtfotografie und sonstigen Auftragsfotografie wie Bewerbung, Passbilder oder Aktfotografie ab, es werden im eigenen Studio auch sämtliche Formate – vom klassischen Fotoprint auch auf hochwertigem Baryt-Papier, Leinwand, Alu-Dibond, vom Fotobuch bis hin zum Rollup selbst produziert“, zählt er auf. Schörg ist aber auch Berufsausbildner – bislang wurden sechs Lehrlinge erfolgreich zur Gesellenprüfung geführt und die Liebe zum Handwerk auch innerfamiliär weitergegeben.

FotoLois.com, Alois Spandl
Oftmaliger Preisträger: Zuletzt erzielte Christian Schörg (l.) beim NÖ Berufsfotografen Award den 2. Platz in der Kategorie Produktfotografie – im Bild mit Siegerin Marcella Wallner, Matthias Fischer und dem bisherigen Landesinnungsmeister Josef Henk.

Was hat sich Christian Schörg als Landesinnungsmeister zum Ziel gesetzt? „Ich sehe mich als Brückenbauer zwischen Berufsfotografen und Quereinsteigern“, unterstreicht er, was es seiner Ansicht nach braucht: „Eine fundierte Ausbildung ist die Basis – Talent und Begeisterung für das Handwerk sind essenzielle Würze“, versteht sich Schörg als Lichtbildner. „Die Technik wird sich auch in der Zukunft weiter verändern und etwa eine noch engere Verschränkung von Fotografie und Film mit sich bringen. Der Faktor Mensch wird aber auch dann über die Qualität des Bildes entscheiden…“, sieht der Landesinnungsmeister in seinem Berufsstand weiterhin viel Potenzial.