Verwirrspiel um Badener Tierheim. Nach Vorfall in Leobersdorf ortet Madeleine Petrovic „Versagen der Stadtpolizei und des Tierheims Baden“. Dort lässt man die Kritik nicht stehen.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 23. Juli 2019 (03:46)
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Symbolbild

Ein kleiner Hund, der beim Autobahnzubringer Leobersdorf herumirrte, löste eine Debatte zwischen dem Wiener Tierschutzverein und dem Badener Tierheim aus. Was war passiert?

Eine Frau kümmerte sich gegen 3 Uhr Früh um das Tier und suchte Hilfe. Bei der Bundespolizei Baden erklärte man, dass das Badner Tierheim in der Früh öffne und schickte erst nach Zureden einen Wagen der Inspektion Leobersdorf. Die Beamten erklärten, die Frau könne das Tier nach Hause nehmen und am nächsten Tag zum Tierheim bringen oder sie soll es wieder aussetzen, es werde schon nach Hause finden.

Das kam für die Frau nicht in Frage, da sie zu Hause eine Katze habe, weshalb sie übers Internet den Wiener Tierschutzverein anrief. Die Mitarbeiterin des WTV konnte sie nur an die Stadtpolizei Baden verweisen, da der Notdienst des WTV keine Notrufnummer von Baden habe. Der Anruf der Stadtpolizei brachte aber auch keine Hilfe, weshalb die WTV-Mitarbeiterin um 3.04 Uhr ihre Präsidentin Madeleine Petrovic anrief.

Doch auch deren Intervention bei der Stadtpolizei brachte keinen Erfolg. Die Tierretterin wurde schließlich vom WTV ersucht, zur Tierklinik in Traiskirchen zu fahren und den Hund dort untersuchen zu lassen. Fazit: Der Hund war gechipt und registriert. Die Halterin konnte verständigt werden.

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WTV-Präsidentin Madeleine Petrovic ärgert sich über die Vorgangsweise der Polizei.

Petrovic zeigt sich über den Vorfall erzürnt: „Es ist empörend, dass das Tierheim Baden außerhalb der Betriebszeiten nicht nur nicht problemlos erreichbar ist, sondern, dass Rettungseinsätze zum stundenlangen Verwirrspiel ausarten.“ Laut Petrovic habe das Badener Tierheim einen großen Sprengel zu betreuen und erhalte dafür „im Gegensatz zum WTV beträchtliche öffentlich Mittel“.

Allerdings sei es offenbar in der Nacht nicht zu erreichen. Der Hund in der Nacht sei aber eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit gewesen. Sie ersuche, dass sich solche Vorkommnisse nicht mehr wiederholen.

„Es ist empörend, dass das Tierheim Baden außerhalb der Betriebszeiten nicht nur nicht problemlos erreichbar ist, sondern, dass Rettungseinsätze zum stundenlangen Verwirrspiel ausarten.“

Fussi
Vizebürgermeisterin Helga Krismer fordert, dass das Tierheim rund um die Uhr erreichbar ist.

Vizebürgermeisterin Helga Krismer (Grüne) erklärt dazu, bereits moniert zu haben, dass das Tierheim Baden offenbar seinen Leistungen nicht nachkomme. „Ich musste mit Verwunderung zur Kenntnis nehmen, dass der Zustand für die Landesregierung in Ordnung sei“, erklärt sie. Über die Stadtpolizei sagt sie, dass sie „jederzeit Hilfe leiste“. Jedoch müsse die Vereinbarung, dass die Polizei die Nummer nicht weiter zu geben habe, evaluiert werden. Denn: „Im einwohnerstarken Bezirk Baden muss die Tierrettung auch in der Nacht funktionieren“, betont Krismer.

NÖN
Tierheim-Leiterin Silvia Dobner betont die gute Zusammenarbeit mit Stadtpolizei.

Tierheim-Leiterin Silvia Dobner erklärt: „Unsere Regelung mit der Exekutive funktioniert generell reibungslos. Durch uns nicht bekannte Umstände wurden wir nicht informiert und hatten daher von diesem Vorfall keine Ahnung.“ Dass immer wieder der Wiener Tierschutzverein angerufen werde, und dieser das an die Presse weitergebe, sei „ein altbekanntes Problem“, so Dobner. „Auch wir haben oft Kontakt mit Tieren vom Wiener Tierschutzverein, machen aber keine Presseaussendungen.“

Und über Krismer sagt Dobner. „Dass eine Vizebürgermeisterin der Stadt gegen einen Badener Verein derart agiert, ist ungeheuerlich – noch dazu wo sie in meiner 20-jährigen Tätigkeit als Obfrau einer der wenigen Badener Gemeinderäte ist, die nie im Tierheim Baden gewesen ist.“

Auch wir haben oft Kontakt mit Tieren vom Wiener Tierschutzverein, machen aber keine Presseaussendungen“

Da der Vorfall außerhalb des Zuständigkeitsbereiches der Stadtpolizei war, wurde die „Rufnummer des Bereitschaftsdienstes entsprechend den damit verbundenen Intentionen nicht weitergegeben“, erklärt Stadtpolizeichef Walter Santin. „Wenn Frau Petrovic diese Nummer haben will, muss sie sich das mit dem Tierschutzverein Baden ausmachen“, sagt Santin und erklärt: „Wir arbeiten immer wieder mit dem Tierschutzverein Baden zusammen und es gibt keine Probleme.“