Mittelschule Pelzgasse: „Wir sind eine Pilotschule“. Beim Tag der offenen Tür kann man Vieles über das neue Schulkonzept der Mittelschule in der Pelzgasse erfahren.

Von Sandra Sagmeister. Erstellt am 06. Dezember 2019 (03:04)
Die Direktorin Brigitte Gumilar mit den beiden Lehrerinnen Petra Festi und Gerrit Fischer sowie den Schülern Simon und Lena im Sendestudio von Radio Igel.
Sagmeister

Schule ist Veränderung. Manchen zu viel, manchen zu wenig. Trotzdem verändert sich vieles in eine gute Richtung. Wie an der MSP und PMS (Mittelschule Pelzgasse und Praxismittelschule), wo die Veränderungen als positiver Prozess umgesetzt werden. Laufend werden neue pädagogische Ansätze, die ein wissenschaftliches Fundament haben, im Schulalltag erprobt. Was sich in Veränderung ist, darüber kann man sich beim Tag der offenen Tür überzeugen.

Die Mittelschule Pelzgasse ist ja aus zwei Schulen in den letzten zehn Jahren zusammen gewachsen. Vormals waren in den beiden Gebäuden die Praxishauptschule und die Wirtschaftshauptschule getrennt untergebracht. Vor 10 Jahren wurde die trennende Wand im Lehrerzimmer eingerissen und der Schulverbund zwischen Bundeshauptschule und städtischer Hauptschule begonnen.

Brigitte Gumilar hat seit elf Jahren die Leitung über und entwickelte das schulische „Experiment“ zur größten Mittelschule Österreichs mit rund 560 Schülern in 24 Klassen. Eine Herausforderung, die neuen Unterrichtskonzepte umzusetzen, aus der alten Klassifizierung der A-, B-, und C-Schüler wurden Cluster und Module entwickelt, wo alle Schüler ihren Neigungen und Talenten gemäß zusammen unterrichtet werden. Ausleben können die Schüler ihre Talente auch im schuleigenen Radiostudio, wo Lehrer Lernvideos aufnehmen oder wo Schüler ihr eigenes Radio gestalten, Radio Igel (www.radioigel.at).

Der pädagogische Hintergrund der Aufwertung der Hauptschulen zur Mittelschule zeigt auch Erfolg: „Mehr als die Hälfte unserer Schüler gehen in eine höher bildende Schule“, sagt Gumilar. Ein wichtiges Schlagwort an der Mittelschule ist auch die Evaluierung, z.B. wird evaluiert, wie viel der abgehenden Schüler wohin gehen und die Ausbildung abschließen. Gumilar ist auch immer mit dabei, wenn es darum geht, als Pilotschule ausgewählt zu werden. Seit Herbst „sind wir Pilotschule“. Erprobt wird ein Kompetenz-Raster, wobei die Notenvergabe standardisiert werden soll, „unser oberstes Ziel ist immer, Chancengleichheit zu erreichen, um die Bildungschancen zu erhöhen“, erklärt Gumilar das Engagement der Schule, wo „viel auf Freiwilligkeit basiert“ und wo viel für die gute Reputation der Schule getan wird. „Wir haben einen guten Ruf, aber wir müssen viel dafür tun, schließlich haben wir die Schüler nur vier Jahre.“

Man gehe weiter den Weg, dass in den Klassen direkt differenziert werde, nicht schon davor. Es gibt eine gemeinsame Erarbeitungsphase von Lerninhalten, erst in der Übungsphase werde differenziert.

Dass das alles in der Umsetzung klappen kann, dafür gibt es ein Schulentwicklungsteam, wo nicht nur eigene Unterrichtswege in den Hauptfächern besprochen werden, sondern wo auch über neue Fächer wie E-Learning oder Gender Studies diskutiert wird. Entwickelt wurden auch eigene Fördergruppen für besonders Begabte und so gibt es noch vieles mehr, über das man sich beim Tag der offenen Tür(en) informieren kann.

Tag der offenen Tür: Freitag, 6. Dezember, 10 bis 14.30 Uhr