Mutige Schüler beim Boys Day. Beim landesweiten Boys Day waren Mittelschüler der Pelzgasse im Pflege- & Betreuungszentrum Wimmergasse schnuppern.

Von Sandra Sagmeister. Erstellt am 20. November 2019 (03:29)
Schüler probierten die Liegebadewanne aus: NMS-Direktorin Brigitte Gumilar, Brigitte Schubert, Ulrike Imber (Leiterin Pflege- und Betreuung), Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister, Susanne Stanzel (Direktorin PBZ Wimmergasse), Zivildiener Matthias Mantsch und die Schüler Julian, Schandor und Alexander.
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„Wir sind am Menschen“, sagt Mittelschul-Direktorin Brigitte Gumilar, die mit 12 Schülern beim 6. Boys Day im Pflege- und Betreuungszentrum in der Wimmergasse mit dabei war und Einblicke in den Pflegedienst sammelte. Was der Boys Day ist, ist leicht erklärt: Junge Burschen im jugendlichen Alter, sollen dazu animiert werden, sich auch für Berufe zu interessieren, die eigentlich klassische Frauenberufe sind. Und dazu gehört eindeutig der Pflegeberuf.

„Das Betreuungszentrum und unsere Schule haben schon seit vielen Jahren eine enge Verbindung“, berichtet Gumilar. Begonnen hat es mit dem schulautonomen Pflichtgegenstand „Mut und Verantwortung“, der in der Mittelschule vor rund neun Jahren in den Lehrplan implementiert wurde. Im Rahmen dessen gibt es den Besuchsdienst, wo Schülerinnen und eben auch Schüler auch in Badener Pflegeheime gehen, besonders ins PBZ in der Wimmergasse, und die Heimbewohner besuchen, leichte Tätigkeiten übernehmen und auch schon Freundschaften geschlossen haben: „Wir haben einen jungen Burschen, der schreibt sogar einen Brief an seine zu betreuende Seniorin um sich zu entschuldigen, wenn er einmal nicht kommen kann, weil er zum Beispiel für die Matheschularbeit lernen muss.“

Burschen sollen neue Talente an sich erkennen

Der Boys Day sei auch dazu da, dass junge Burschen Talente an sich erkennen, die noch in ihnen schlummern“, nimmt auch Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister zum „Bubentag“ Stellung. Sie kam vorigen Donnerstag ins Betreuungszentrum, um mit den Schülern einen Rundgang zu unternehmen. Neben vielen anderen Maßnahmen wolle man von Seiten der Politik dem immer massiver werdendem Mangel an Pflegepersonal entgegenwirken. „So, wie wir Mädchen für technische Berufe begeistern wollen, wollen wir das auch mit Buben für zum Beispiel Pflegeberufe tun“, erklärt die Landesrätin. Angestrebt werde eine starke Durchmischung von typischen Männer- bzw. Frauenberufen – das heißt: Mehr Frauen in Männerberufen und umgekehrt.

Auch die PBZ-Direktorin Susanne Stanzel ist vom Boys Day voll und ganz überzeugt: „Wir sind seit Anbeginn mit dabei und können so unsere Berufe vorstellen.“

Und manche, die als Schüler schon mal da waren, „kommen wieder, etwa als Zivildiener und steigen dann vielleicht in den Beruf ein“, meint Stanzel.