Bus-Irrfahrt endete in den Weinbergen. Baden-Pendlerin berichtet über ihre ungewöhnliche Linienbusfahrt von Gainfarn nach Baden. VOR bedauert den Vorfall.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 23. September 2020 (05:55)
Busfahrt im Weinberg: „Es hätte mich fast nicht gewundert, wenn mir jemand Heizdecken hätte verkaufen wollen – es kam bei schönem Wetter und idyllischer Sicht auf die Weinberge fast eine Urlaubsstimmung auf…“, schreibt Lilli Marlene Eimer aus Gainfarn.
privat

Von einer ungewöhnlichen Busfahrt berichtet Lilli Marlene Eimer. Sie wollte verkehrs- und klimaschonend von Gainfarn nach Baden fahren und nahm den Linienbus 315, der auf der Hauptstraße von Bad Vöslau nach Sooß hätte fahren sollen. „Nach einer Irrfahrt in der 30er Zone und engen Gassen, sind wir kurzfristig im Weinberg gestrandet“, informiert sie die NÖN.

Statt längst im Büro war sie noch immer im Heimatort. „Ich wollte den Linienbus von A-B fahren und keine Kaffeefahrt machen“, meint sie. Ihr Beispiel reihe sich in die Flut an Beschwerden über den neuen Busfahrplan des VOR ein. „Es ist keine Kritik an den Fahrern – diese sind auch arm dran. Wurden sie doch teilweise kurzfristig neu eingesetzt, offensichtlich ohne guter Einschulung und ohne Navi losgeschickt – um bei niedriger kollektivvertraglicher Bezahlung und mit schlechten Arbeits- und Pausenzeiten – den Ärger der Fahrgäste voll abzufedern“, meint Eimer.„Wir bedauern außerordentlich, wenn es gerade zur Anfangszeit vermehrt zu menschlichen Fehlern kommt. Dass ein Busfahrer sich in der Route täuscht, ist ein grober Fehler und wir gehen dem nach“, erklärt VOR-Pressesprecher Georg Huemer. „Leider passieren derartige Fehler bei täglich zigtausend Fahrten sehr selten, aber eben doch“, ergänzt er.

Verkehrsverbund wird dem Fehler nachgehen

Huemer merkt zum letzten Punkt an, dass Busfahrer „einen wirklich harten Job“ haben, der aber „schon allein aufgrund der hohen Verantwortung auch reglementiert ist.“ Arbeits- und Pausenzeiten seien klar geregelt. „Über die arbeitsrechtlich und kollektivvertraglich festgelegten Normen hinaus beinhalten unsere Ausschreibungen Sozial- und Qualitätskriterien wie eine Lehrlingsquote und Pluspunkte für die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer.“

Da man auf Qualität setze, würde man Schilderungen wie jene von Lilli Marlene Eimer „besonders ernst“ nehmen. „Nur wenn sich die Fahrgäste auf eine sichere, pünktliche Mobilität verlassen können, erreichen wir zusätzliche Fahrgäste und werden damit unserer Verantwortung gerecht, einen Beitrag zu aktivem Umwelt- und Klimaschutz zu leisten“, betont Huemer.

Regionalbus-Fahrpläne werden evaluiert

Seit der Neuausschreibung der Regionalbuslinien durch den VOR werden die ehemaligen Linien „R“ (jetzt 308) und „360 – Casinobus (jetzt 303) nun durch das Unternehmen Dr. Richard betrieben. Bei der Stadtgemeinde Baden sind in den ersten drei Wochen insgesamt 38 Beschwerden von Kunden eingegangen. Diese betreffen zum einen Probleme durch ortsunkundige Fahrer oder nicht aktualisierte Fahrpläne in Haltestellen und zum anderen die geänderten Fahrpläne der Buslinien.

„Diese Beschwerden wurden von der Stadt an den Verkehrsverbund Ostregion mit der Bitte um Prüfung und Änderung weitergeleitet. Seitens des VOR wurde zugesagt, die Beschwerden zu prüfen und den Fahrplan gegebenenfalls zu korrigieren“, heißt es seitens der Stadtgemeinde.