Baden

Erstellt am 12. Juni 2018, 05:15

von Brigitte Steinbock

Ungewöhnlicher Fall: Rabiat aus Angst vor Hunden. 43-jährige Wienerin stand vor Landesgericht, weil sie drei Frauen und ihre Hunde angegriffen hat. Dabei „kassierten“ sowohl Hunde als auch Besitzerinnen Tritte.

Symbolbild  |  VP Photo Studio/Shutterstock.com

Die Angeklagte bekannte sich zur angeklagten Körperverletzung schuldig und gab an, dass der erste Hund nicht angeleint gewesen sei und sie beschnuppert habe. Der zweite Hund sei plötzlich bei ihr gestanden und beim dritten Fall habe sie dem Hund nichts getan. Die Tritte zwischen die Beine der Opfer gab sie zu, denn die Frauen hätten sie beschimpft.

Tritte in Bauch

Das erste Opfer (76) gab zu, dass ihr Hund nicht angeleint war. „Wir kamen vom Spaziergang retour und waren müde. Wir gingen in der Mitte des Weges gegenüber dem Franz Josef Museum, und der Hund hat an ihr geschnuppert. Sie hat mich angeschrien, ich soll den Hund anleinen. Sie trat ihn in den Bauch, dass er sich überschlagen hat. Ich rief, ‚was war das jetzt‘ und sie schrie nochmals, ‚nehmen sie den Hund an die Leine‘. Ich: Sie gehören auf die Psychiatrie. Darauf drehte sie sich lächelnd um und trat mir in den Bauch. Ich war schockiert, hatte ein großes Hämatom. Sie muss eine Kampfsportausbildung haben, es ging alles blitzschnell. Dann ging sie weg.“

Schläge ins Gesicht

Das zweite Opfer (52) schilderte, dass zuerst ihr Hund an der Flexileine und dann sie selbst getreten wurde. „Die Gehsteige in der Mariengasse sind sehr eng, deshalb ging ich mit meinem Hund auf der Straße, das Tier hinter mir. Die Frau kam joggend ums Eck, schrie ‚leinen sie ihren Hund an‘, lief vorbei und hat auf ihn eingetreten. Ich war perplex, rief, wie asozial ist es, auf einen Hund zu treten. Sie kam retour, boxte mir ins Gesicht und trat gegen den Oberschenkel. Ich fiel und erlitt Prellungen am Kopf, Kreuzbein und Steißbein. Ich rief um Hilfe und sie kam zu mir. Ich dachte, sie will sich entschuldigen, aber sie sagte nur, mich beleidigt keiner und lief weg.“

Das dritte Opfer kassierte einen Fußtritt und einen Schlag, sie wurde an der Kniescheibe verletzt.

„Ich hatte nie so viele Probleme mit Hunden, wie in Baden"

Die Angeklagte, gab vor Gericht an, dass sie wegen psychischer Probleme in Krankenstand sei. Sie habe Angst gehabt, dass wenn die Besitzer aggressiv werden, die Hunde sie beißen. Die Tritte seien im Affekt passiert. „Ich hatte nie so viele Probleme mit Hunden, wie in Baden. Ich gehe seitdem auch nicht mehr dort spazieren. Ich bin nicht stolz darauf und will so etwas auch nicht mehr tun.“

Die Frau wurde von der Sachbeschädigung, vor Gericht gilt ein Hund als Sache, freigesprochen. Für die Körperverletzungen wurde sie – nicht rechtskräftig – zu vier Monaten bedingt verurteilt. Außerdem wurde Bewährungshilfe angeordnet.