Am Ende sterben doch alle.... Im Rahmen der Badener Theatertage von Otto Brusatti gibt es zum Ausklang „Die Räuber“ vom 18. bis 20. November (19.30 Uhr), im Theater am Steg zu sehen.

Von Sandra Sagmeister. Erstellt am 17. November 2019 (00:10)
Otto Brusatti inszeniert den Klassiker „Die Räuber“, gespielt wird vier Mal im Theater am Steg.
NÖN

Würde er Friedrich Schillers „Die Räuber“ originalgetreu inszenieren, so hätte Otto Brusatti viel zu tun gehabt. Im Original beschäftigt das Stück 40 Schauspieler und man müsste sich sechseinhalb Stunden Zeit nehmen.

Brusatti, Intendant der Badener Theatertage, gibt für heuer sein letztes darstellerisches Lebenszeichen. Sein Stück kommt mit nur drei Schauspielern und einer Cellistin aus, dazu wenige Requisiten, 34 Sitzplätze, vier mal wird gespielt und in eineinhalb Stunden ist das Stück angesehen. Fünf Tage habe er mit dem Rücken zu seinem Garten (Natur lenke ihn zu sehr ab beim Schreiben) an der Baden-Fassung der Räuber geschrieben. Davor „habe ich ein Monat darüber nach gedacht.“

Schnelle und schlichte Räuberbande

Brusatti hat die Räuber sodann schnell und schlicht inszeniert. Die drei Schauspieler spielen alle Rollen und fegen durch den Raum, auf der Bühne spielt die Cellistin. „Die Räuber“- ein revolutionäres und immer noch aktuelles Stück, „aus der Sturm und Drang Zeit und „am Ende sterben doch alle.“ Aber: man müsse sich nicht fürchten, dass es zu tragisch werde, Brusatti verfeinert das Stück mit seiner typischen Humorwürze und was lange genug alt ist, wie die Klassiker es nun mal sind, ist am Ende „nicht mehr böse.“

Brusatti inszeniert sich um den Frust herum, wo aus der Angefressenheit eine Räuberpartie geplant wird. Er badet seine Inszenierung in Spannung und Entspannung und schafft ein ausgewogenes Wechselbad. Stolz ist Brusatti auch auf die Unterstützung der Stadt, so kann er als Badner etwas für Baden inszenieren, seine Produktion sei nichts Eingekauftes, sondern entstehe hier für hier. Dass er sich damit keine goldene Intendantennase verdiene, wie es oftmals kolportiert werde, möchte er betonen, „meine Aufwendungen sind gedeckt, mehr nicht.“

Dass Brusatti an Herbert Kickl und Angela Merkl für die Hauptrollen gedacht habe, scheiterte allerdings nicht am Budget… Und weil Brusatti immer gerne mit Sprache spielt, steht am Plakat quer gedruckt: „Das Sturm- und Drang-Stück in heutiger Abstraktion, mit Erlaubnis für kleine Anarchie, verstörend, aktuell? Das Böse ist immer und überall, das Liebliche auch.“