Bahnhof für Semmering-Bauschutt. Erste Verhandlung über Projekt der Wopfinger Transportbeton in der Bezirkshauptmannschaft Baden. Polizisten verwehrten Zutritt.

Von Sybille Flek und Bettina Kreuter. Erstellt am 27. Februar 2015 (11:00)
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Der Sollenauer ÖVP-Gemeinderat Hans Michael Putz freut sich als Anrainer über die Sanierung der Bahngleise. Fotos: zVg
Drinnen soll es laut Teilnehmern eine sehr sachliche Verhandlung gewesen sein. Draußen kam es zu emotionalen Diskussionen.

Polizei vor Ort: „Kommst dir vor wie ein Verbrecher“

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„Ja, ich habe Transparente mitgehabt, die ich ausrollen wollte. Aber ich glaube, es war allein mein Name, weshalb ich nicht hinein durfte“, ist Elisabeth Gasser (siehe auch Foto links) vom Bürgerforum Sollenau erzürnt.

Ihr Fraktionskollege, der Sollenauer Gemeinderat Maximilian Neukirchner, versteht auch nicht, warum Polizei vor Ort war: „Elisabeth Gasser wird hingestellt, als wäre sie eine Revoluzzerin. Du kommst dir vor wie ein Verbrecher.“

Der Badener Bezirkshauptmann Heinz Zimper ist um Sachlichkeit bemüht. „Da im Vorfeld bereits durchgedrungen war, dass die Bürgerinitiative ihr Auftreten angekündigt hat, dienten die Beamten dazu, einen störungsfreien Ablauf zu sichern“, stellt er auf NÖN-Nachfrage klar. Das Projekt des Verladebahnhofes sei weitgehend ausgereift, es seien „nur ein paar Änderungen notwendig.“

Gemeindevertreter: „War eine sachliche Diskussion“

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Wolfgang Moser, kaufmännischer Geschäftsführer der Wopfinger Transportbeton, meint: „Die Anwesenheit der Polizei war eine Vorsichtsmaßnahme der Bezirkshauptmannschaft.“ Er spricht der Verhandlungsführung ein großes Kompliment aus: „Die Verhandlung war sehr sachlich, sehr ruhig und sehr strukturiert“, so Moser.

Diesen Eindruck nahmen auch die teilnehmenden Sollenauer Gemeindevertreter mit nach Hause: „Die Stimmung im Saal war sehr okay. Es war eine sachliche Diskussion“, bestätigen SPÖ-Bürgermeister Stefan Wöckl und ÖVP-Gemeinderat Hans Michael Putz (Foto links oben).

Über die Aspangbahn sollen die Güterzüge mit dem Ausbruchmaterial des Semmeringtunnels zum Verladebahnhof nach Sollenau fahren. Hier am Ortsrand, beim Kreisverkehr B17 Sollenau Nord, soll es auf LKW verladen und in die rund vier Kilometer entfernte Deponie der Wopfinger nach Eggendorf gebracht werden.

Gassers Hauptziel bleibt direkte Bahnverbindung

„In der Verhandlung habe ich von den ÖBB erfahren, dass die Bahngleise saniert werden. Das ist für mich ein Plus“, sieht Hans Michael Putz einen positiven Aspekt. Elisabeth Gassers Hauptziel ist es nach wie vor, eine Bahnverbindung direkt zur Deponie zu haben. Wolfgang Moser betont im NÖN-Interview, dass er aktiv das Gespräch mit allen Betroffenen suche.

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Schönaus Bürgermeisterin Brigitte Lasinger (SPÖ, Foto links) sieht die Angelegenheit realistisch: „Politisch betrifft das die Gemeinde nicht, es gab darüber auch noch nie eine Gemeinderatssitzung. Es wird demnächst eine Bürgerinfo hinausgehen, aber ich kann bei diesem Projekt auf nichts Einfluss nehmen.“

Die naturschutzbehördliche und wasserrechtliche Verhandlung blieb noch ohne Ergebnis. Es seien noch einige formelle Fragen zu klären und Unterlagen nachzureichen.