Kfz-Neuzulassungen: „Prognosen für 2020 schwierig“. Trotz steigender Anteile für E-Autos gibt es in der Praxis noch Hürden.

Von David Steiner. Erstellt am 21. Januar 2020 (04:10)
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Die Statistik Austria stellte unlängst die Zahlen zu den Pkw-Neuzulassungen 2019 vor. In Niederösterreich wurden rund 61.000 Pkw neuzugelassen. Im Bezirk Baden waren es 4.520, davon über 90 Prozent Diesel oder Benziner. Im Vergleich zu 2018 sind ihre Anteile rückläufig. Einen steigenden Trend weisen hingegen die Neuzulassungen von Elektroautos auf, wie auch eine Analyse von EY Österreich zeigt. 2019 wurden im Bezirk 165 Elektroautos neuzugelassen.

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Anfang 2020 trat in der Europäischen Union eine CO 2 -Regelung in Kraft, die den Verbrauch neuer zugelassener Pkw deckelt. Hersteller sind nun gefordert Fahrzeuge zu produzieren, die diese Grenzen einhalten, da sonst hohe Strafen drohen. Das ergibt eine paradoxe Situation. „Die Fahrzeuge, die von den Kunden stark nachgefragt werden und zudem gut für die Marke der Hersteller sind, sind politisch nicht gewünscht und verschlechtern die CO 2 -Bilanz der Hersteller.“

Noch gibt es Hürden für Kauf von Elektroautos

Umgekehrt sei das Angebot an Autos mit Elektro- oder Plug-in Hybrid-Antrieb noch überschaubar, und die Lieferzeiten wären teils äußerst lang, weiß Gerhard Schwartz von EY Österreich. Hersteller würden nun alles daran setzten, Strafzahlungen zu vermeiden und rasch CO2-günstige Fahrzeuge auf den Markt zu bringen.

Diesen Druck spüren auch lokale Autohändler. „Das Thema E-Mobilität ist sehr rasch in der Realität angekommen“, sagt Christian E. Soher, Vertriebsleiter bei Auto Ebner. Fraglich sei, ob der Trend zum Elektro-Auto auch beim Endkunden ankomme. Neue Technologien seien in der Beratung eine Herausforderung. Soher erklärt: „Der Anschaffungswert von Elektroautos ist noch ziemlich hoch, auch Strom ist nicht gratis, die Infrastruktur muss noch ausgebaut werden und die Wartezeiten sind zum Teil lange. Dass neue Elektroautos auf den Markt kommen, heißt nicht, dass sie lieferbar sind. Eine Einschätzung zur Entwicklung des Automarkts ist momentan relativ schwierig“, sagt Soher.

Moderner Diesel leistet Beitrag für CO2-Ziele

Der neue E-Opel-Corsa, der ab 29.900 Euro ohne Förderung ab März zu haben ist und eine Reichweite von 400 Kilometern hat, könnte auf Interessenten stoßen. Autohaus Ebner Geschäftsführer Andreas Leodolter fordert mehr Stromtankstellen und bei Elektroautos billigere Kaufpreise.

Geschäftsführer Siegfried Heiss von Mazda Heiss aus Perchtoldsdorf sieht aufgrund der sehr hohen Anschaffungskosten den Trend zur E-Mobilität ebenfalls als „eher zurückhaltend. Es ist außerdem sehr schwer, bezüglich der nicht dafür ausgelegten Infrastruktur“. Schade findet Heiss ebenso die immer noch leicht spürbare Unsicherheit der Kunden aufgrund der medial so „hochgepushten“ Diesel-Krise. „Der Diesel ist ein sehr effizienter Kraftstoff mit dem geringsten CO²-Ausstoß“, erklärt der Mazda-Geschäftsführerweisen und weist darauf hin, dass auch moderne Diesel-Pkw zur Erreichung der CO 2 -Ziele beitragen würden.

Viele Autohändler kritisieren, dass der Treibstoff zu Unrecht ins „schmutzige Eck“ gestellt werde. Von den Medien wünschen sie sich Aufklärung statt Angstmache. Herbert Hönigmann vom gleichnamigen Autohaus erklärt: „Unsicherheit ist beim Dieselkauf merkbar. Hier ist vom Verkaufsberater gute Aufklärungsarbeit notwendig, damit Kunden die Angst genommen werden kann. Aktuell ist der Diesel aufgrund des niedrigen Ausstoßes sogar preislich sehr interessant. Die neuen Euro6-Dieselmotoren sind von keinem Fahrverbot betroffen.“

„Die Zukunft sehen wir in Wasserstofffahrzeugen“, heißt es beim Autohaus Sames, Berndorf.

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