Kurzarbeit als Weg aus Krise. Besonders die Gastronomie leidet unter Lockdown-Folgen: Die Gäste lassen im Bezirk Baden noch auf sich warten.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 15. Juli 2020 (04:08)
Christian Schmidl, Werner Staud, AMS-Chefin Claudia Schweiger und AMS-Betreuer Björn Tomenendal im Bierhof.
Judith Jandrinitsch

Der Bierhof in Bad Vöslau war stets eine Institution in Sachen Geselligkeit, gutes Essen und gute Laune. Doch die Zeiten für die Gastronomen werden immer härter.

Inhaber Werner Staud erklärt: „Eigentlich sind uns schon im November des Vorjahres, als das allgemeine Rauchverbot in Lokalen in Kraft trat, viele Stammgäste weggeblieben. Das hat sich ganz deutlich in der Ballsaison gezeigt. Wir betreiben ja auch den Goldenen Hirschen in Hirtenberg und den Gemeindesaal in Hirtenberg, da haben sich einige im Fasching gewundert, warum der Ballsaal fast leer ist.“

Doch jetzt scheinen es sich viele Gäste dreimal zu überlegen, ob sie wieder ausgehen oder nicht. „Es kommen viele Faktoren zusammen“, sagt Geschäftsführer Thomas Schmidl, „warum das Geschäft nicht so anläuft, wie es sollte.“ Teilweise wären die Leute noch im Homeoffice, teilweise scheuen sie es noch, die Innenräume von Gaststätten zu betreten. „Oder sie haben keinen Job oder sind in Kurzarbeit und haben dadurch weniger Geld“, meint Werner Staud. Dabei ist es gerade die Kurzarbeit, dank der Staud zumindest acht seiner 24 Mitarbeiter halten konnte. „Von 24 Beschäftigten mussten wir 14 entlassen, acht sind in Kurzarbeit. Die Zusammenarbeit mit dem AMS hat im Gegensatz zu anderen Behörden klaglos funktioniert. Und wir setzen auch weiterhin auf die Kurzarbeit“, betont Staud.

Badens AMS-Chefin Claudia Schweiger sagt: „Durch den Einsatz der Kurzarbeit konnten im Bezirk Baden 17.650 Arbeitsplätze gesichert werden. Die Förderung leistet einen enorm wichtigen Beitrag zur Stabilisierung des Arbeitsmarktes – Dienstgeber können ihr Personal im Unternehmen halten und so schnell wieder durch starten – für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bedeutet der Erhalt des Arbeitsplatzes Sicherheit und Einkommensverluste werden abgefedert.“

Ende Juni waren 7.400 Personen beim AMS in Baden arbeitslos gemeldet. Am stärksten betroffen ist mit 4.002 Personen und einem Plus von 51,2% im Vergleich zum Vorjahr die Altersgruppe der 25- bis 49-Jährigen. 47% der Vorgemerkten sind Frauen.

Dabei wäre die Gastronomie regionsweise eine der Branchen, wo Personal benötigt wird. Weitere Branchen in Baden, wo offene Stellen gemeldet sind, sind laut Schweiger Handel, Bau, Dienstleistung, Verkehr und Lager. Die Mitarbeiter von Staud und Schmidl sind Österreicher, die ihre Wurzeln in Bosnien haben. Ob sie heuer in ihrer alten Heimat Urlaub machen können ist im Moment genauso unklar, ob die Wirtschaft wieder so anspringt, wie es sich Staud und Schmidl wünschen.

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