VOR kündigt Fahrplan-Änderungen an. Nach Beschwerden betont VOR, Anlaufschwierigkeiten im Bezirk Baden rasch lösen zu wollen. Angebot um 20 Prozent erhöht.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 28. September 2020 (04:13)
Die neuen Busverbindungen stellen so manche Nutzer vor eine Herausforderung. Die jeweiligen Bürgermeister versuchen aber, mit dem VOR einen Konsens zu finden und sind auf einem guten Weg.
Holzinger-Presse

Mit 31. August startete der Verkehrsverbund Ostregion (VOR) sein Projekt „Ausschreibung Baden Region“, das ein vollständig überarbeitetes Regionalbussystem im Bezirk Baden mit sich bringt. „Der Bezirk Baden profitiert von einer extremen Ausweitung der Regionalbusangebotes von weit über 20 Prozent“, betont VOR-Pressesprecher Georg Huemer.

„Leider gibt es bei derartigen Projekten immer wieder Anlaufschwierigkeiten – trotz jahrelanger, intensiver Vorbereitungsarbeiten durch erfahrene Experten ist bei zigtausend Verbindungen täglich ein gewisses ‚Einspielen‘ des Systems notwendig“, meint Huemer. So gebe es in der Region Baden einige Fälle, wo neue Busfahrer sich in der Routenführung getäuscht bzw. eine Haltestelle ausgelassen haben. In anderen Fällen sei es zu Schulbeginn zu Bus-Verspätungen gekommen, weil auch die Regionalbusse im Stau stehen. „In dem einen oder anderem Fall wurden auch notwendige Verbindungen tatsächlich übersehen, weil zum Beispiel ein Schulende nach der 4. Stunden nicht bedacht wurde“, sagt Huemer.

Unter anderem konnten tägliche Verspätungen der Linie 302 in Trumau durch sofortige Neugestaltung der „Umlaufpläne“ durch den Betreiber gelöst werden. Zur Forderung einiger Gemeinden aus dem Triestingtal nach mehr Direktverbindungen nach Baden entgegnet Huemer, „dass wir angehalten sind, keine ‚Parallelverkehre‘ zum bestehenden Bahnangebot zu organisieren.“ Man binde die Regionalbusse bestmöglich an die Bahn an. „Dies hat zwar Umstiege für Fahrgäste zur Folge, stärkt aber auch die Bahn“, meint Huemer. Insgesamt wurden laut Huemer seit Betriebsstart am 31. August rund 60 konkrete Änderungen vorgenommen. Vorher waren es sogar über 300 Änderungen, welche aufgrund von konkreten Kundenrückmeldungen und Gesprächen mit Gemeinden und Schulen erledigt worden seien. „Am 28. September wird eine Vielzahl an Änderungen in Betrieb gehen“, kündigt Huemer an.

Aktuell gebe es an einigen Haltestellen „die völlig unbefriedigende Situation, dass bestenfalls Schwarz/Weiß-Ausdrucke anstatt der offiziellen Fahrpläne“ angebracht seien. Hier möchte der VOR darauf verweisen, „dass sämtliche Haltestellentafeln und Aushänge in den nächsten Wochen erneuert werden“. In einigen Fällen seien dazu bauliche Maßnahmen notwendig, welche in Absprache mit Gemeinden erfolgen würden. „Wir bitten die Fahrgäste um Verständnis“, sagt Huemer.

Die genannten Anlaufprobleme würden überlagert werden von Schwierigkeiten, die immer mit Schulbeginn zu bewältigen seien sowie der heuer hinzukommenden Corona-Krise.

So würden viele Eltern mit ihren Autos die Schulzufahrten blockieren. Erschwerend sei heuer, dass manche Eltern aus Sorge vor Corona ihre Kinder nicht mit dem Bus zur Schule schicken wollen. „Hier appellieren wir an die Vernunft: Der Öffentliche Verkehr ist die sicherste Form der Mobilität. Fahrgäste müssen unbedingt die Sicherheitsbestimmungen (Maskenpflicht!) einhalten, dann spricht nichts gegen die Nutzung der Öffis“, unterstreicht Huemer.

Grundsätzlich rät er Fahrgästen, ihre Routen vorab über den Planer www.anachb.vor.at zu checken. Oft seien manche Verbidungen nur um ein paar Minuten verschoben worden.