Beethovens Tanz als Abschieds-Aufführung. Ballett „Ludwig van tanzt“ hat im Badener Stadttheater Premiere. Michael Kropf hat den Abend, seinen letzten großen, kreiert und umgesetzt.

Von Sandra Sagmeister. Erstellt am 29. September 2020 (04:23)

Auch das Beethoven-Jubiläumsjahr muss coronabedingt Einschränkungen hinnehmen. Viele Veranstaltungen hat das Corona-Virus zu Fall gebracht – nicht ganz: Am 3. und 10. Oktober flackert eine besondere Huldigung Beethovens auf: „Ludwig van tanzt“.

Unter strengen Abstands- und Hygiene-Bedingungen wird seit Wochen geprobt, man musste auch den wochenlangen Trainingsrückstand während des Lockdowns aufholen. Aber es ist geschafft! Der Chefchoreograf der Bühne Baden, Michael Kropf, hat einen besonders Ballettabend voll der Liebe kreiert. Es geht um Beethovens Liebschaften, die tänzerisch ausgedrückt werden, deshalb auch der Untertitel des Abends: „Meine unsterbliche Geliebte“.

Es wird Kropf’s letzter großer Abend an der Bühne Baden, weil er verlässt mit der nächsten Spielsaison das Stadttheater, sein Vertrag wurde nicht verlängert. Noch einmal sammelt er all sein Herzblut und seine Kreativität und bündelt es in diesem Beethoven-Abend.

Kropf hat nicht nur die Choreografie einstudiert, sondern auch die Geschichte erfunden, das Bühnenbild entworfen, sich um die Arrangements der Musik gekümmert und die gesamte Dramaturgie zusammengestellt. „Ich hoffe, dass auch Sie durch mich ein wenig glücklicher werden, sonst wäre ich ja eigennützig“, schreibt Beethoven in einem Brief an seine verehrte Josephine und genau das wünscht sich Kropf für sein Publikum.

Josephine Brunsvik war jene Frau, die Beethovens große Liebe war. Aber er konnte seine Liebe nicht mit einer Heirat komplettieren, sie war adelig, er nicht. So blieb es beim Briefe schreiben und manchmal hat er seine Briefe auch vertont. Beethoven schrieb allerdings nicht nur seiner großen Liebe, sondern, zum Trost, auch vielen anderen Damen. Die große unsterbliche Geliebte musste einen Grafen heiraten.

Und wie leicht ist es Kropf gefallen, Beethoven zu vertanzen? „Eigentlich war Beethoven ein bisschen schwieriger für mich, als zum Beispiel ein Dschungelbuch (Anm.d.Red.: Das Dschungelbuch war ein Kindermusical, das er für die Bühne Baden choreografierte) zu machen“, gibt Kropf zu, an den vor eineinhalb Jahren die Idee herangetragen wurde, einen Beethoven-Ballettabend zusammenzustellen. „Beethoven zu tanzen ist nicht üblich und so habe ich angefangen, mir intensiv in der Nacht Beethoven anzuhören.“

Nach und nach hat er seine „Lieblingstitel“ herausgehört und angefangen eine Geschichte drum herum zu bauen, „angelehnt an den Film, meine unsterbliche Geliebte.“ Kropf hat es schließlich hinbekommen, Beethovens Liebesleiden in Tanz zu verwandeln. Aber unsterblich ist in seiner Geschichte keiner, höchstens unsterblich verliebt. Kropf spielt metaphorisch mit dem Schicksal und den Tod, zwei wichtige Figuren, die in seinem Stück über die Bühne tanzen und am Ende nimmt der Tod Beethoven an der Hand und geht mit ihm fort…

Gemeinsam mit dem Europaballett St. Pölten hat Kropf diese Inszenierung auf Spitzenbeine gestellt.