Alland

Erstellt am 12. Juni 2018, 05:01

von Stephanie Pirkfellner

Aufregung im Asylheim. Spezialkommando nahm iranischen Asylwerber fest, der wüste Drohungen von sich gab. Es wurden Eisennägel und ein Druckkochtopf gefunden. Er ist wieder auf freiem Fuß.

Symbilbild  |  APA (Symbolbild/dpa)

Vor kurzem wurde ein Streifenwagen aus Baden zu einem Einsatz ins Flüchtlingsquartier im „Schulzheim“ gerufen.

Grund: Ein Asylwerber drohte sich umzubringen. Der 23-jährige iranische Staatsbürger hatte schon einige Zeit zuvor persönlich und telefonisch seiner ehemaligen Betreuerin gegenüber Selbstmordabsichten geäußert.

Der Iraner untermauerte diese Drohung noch, indem er während eines Video-Telefonats eine Waffe in die Kamera hielt. Nach Rücksprache mit der Betreuerin wurde das Gebäude durch die Beamten abgesichert und nach rund zwei Stunden führten die herbeigerufenen „Cobra“-Beamten den Zugriff durch. Der Asylwerber wurde in seinem Zimmer aufgegriffen, durchsucht und an die Polizeiinspektion Baden überstellen.

Im Zimmer sowie im Fahrzeug des Iraners wurden eine Schreckschusspistole, ein Druckkochtopf, ein Kübel mit Eisennägeln sowie verpackte Skalpellklingen gefunden.

Der Amtsarzt diagnostizierte zwar keine psychische Erkrankung, jedoch möglicherweise das Vorhandensein aggressiven Potenzials. Nach weiterer Befragung durch Beamte für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung wurde der Flüchtling auf freien Fuß gesetzt. Zu einer Anklage dürfte es wohl nicht kommen.

Die Drohung des Iraners war „zu unspezifisch“

Die Drohung „I will kill every body who I meet. I kill myself“ sei zu unspezifisch, beziehungsweise gegen sich selbst gerichtet gewesen. Der Iraner dürfte einfach mit seinen Lebensumständen unzufrieden gewesen sein...

Als im Jahr 2015 der große Zustrom an Flüchtlingen begann, wurde das Schulzheim im Helelental vom Land Niederösterreich zur Nutzung für die Unterbringung von Asylwerbern adaptiert.

In der stärksten Zeit waren hier bis zu 160 Menschen untergebracht. Dabei handelte es sich hauptsächlich um junge Männer, nicht jedoch um Familien oder unbegleitete Minderjährige. Derzeit leben nur noch wenige Menschen im Haus und der Bedarf an Betreuungsplätzen wird wöchentlich verringert. Der Vertrag mit der Unterkunft läuft Mitte des Jahres aus und wird nicht verlängert.