Essen landet nicht im Müll. Mehrere Initiativen im Bezirk Baden retten tonnenweise Nahrungsmittel vor dem Wegwurf.

Von Simon Weiß. Erstellt am 16. Juni 2021 (05:27)
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Freiwillige Helferinnen beim „Sozial.laden“ in Baden: Im Bild links Daniela Steininger und rechts Michaela Lehner von der Team Österreich Tafel.
Zu Corona-Zeiten wurde die Ausgabe dahingehend verändert, dass die Kunden im Außenbereich warten mussten. Die Ware wurde im Voraus sortiert und in Sackerln verpackt. Jeder Kunde erhielt ein oder zwei Sackerln mit Lebensmitteln. Durch die Übergabe von Sackerln gab es einen sehr kurzen Kontakt und dieser erfolgte mit ausreichend Abstand zu den Kunden.
Rotes Kreuz Baden, Rotes Kreuz Baden

Rund 800.000 Tonnen Nahrungsmittel landen in Österreich jedes Jahr im Müll. Alleine in Niederösterreich werden Tag für Tag 166 Tonnen vermeidbare Lebensmittelabfälle produziert, das entspricht 40 Kilogramm pro Kopf und Jahr. Ein großer Teil davon ist noch genießbar.

Christoph Sanz, Fachbereichsleiter für Gesundheits- und Soziale Dienste (GSD) des Roten Kreuzes Baden, ist unter anderem für den einzigen „Sozial.laden“ im Bezirk zuständig. In der Wiener Straße 68a können Menschen mit nachweislich geringem Einkommen Lebensmittel zu erschwinglichen Preisen erwerben und somit gleichzeitig vor der Mülltonne bewahren. „Unsere Spenden erhalten wir von örtlichen Supermärkten und Bäckereien. Die Sensibilität, Lebensmittel vor dem Müll zu retten, ist in den letzten Jahren schon spürbar mehr geworden“, konstatiert Sanz.

Immer mehr Personen nähmen das Angebot des Roten Kreuzes an. Sanz ortet hierfür zwei Gründe: „Zum einen lädt der „Sozial.laden“ zum günstigen Einkaufen ein, wodurch die Scham gesunken ist. Die Leute sehen sich nicht als Bittsteller! Zum anderen sind während der Corona-Krise einige in finanzielle Schwierigkeiten gerutscht.“

Jährlich könnten durch das Projekt des Roten Kreuzes 120 Tonnen Nahrungsmittel in Baden gerettet werden. Der „Sozial.laden“ hat jeden Montag, Mittwoch und Donnerstag von 10 bis 15 Uhr sowie jeden Dienstag und Freitag von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Auch Team Österreich Tafel hilft mit Essen

Eine weitere Initiative des Roten Kreuzes, in Zusammenarbeit mit Hitradio Ö3, ist die „Team Österreich Tafel“. Eine solche gibt es beispielsweise im Triestingtaler Berndorf, für welche sich Fachbereichsleiter Markus Kamper verantwortlich zeigt. „Unsere Lebensmittelspenden erhalten wir ebenfalls von örtlichen Supermärkten, Greißlern und Bäckereien, die ihre Produkte nicht mehr verkaufen können oder dürfen“, sagt Kamper.

Normalerweise kämen 60 bis 80 Familien jeden Samstag zur Triestingtaler Tafel, durch die Covid-Pandemie sei diese Zahl auf 90 bis 100 Familien hinaufgeklettert: „Rund zwei Tonnen Nahrungsmittel geben wir jede Woche aus. Davon bleibt kaum etwas übrig, man muss teilweise gut haushalten, damit jeder etwas bekommt.“  Auch das ursprünglich im Jahr 2012 in Berlin gegründete Projekt „foodsharing“ fand 2019 Einzug in Baden.

Dessen Botschafterin, Magdalena Kinzer, erklärt: „In der Pfarrkirche St. Christoph befindet sich unser ‘Fairteiler‘, also eine Verteilstation, an der Essen abgegeben und abgeholt werden kann.“ Die „Foodsaver“ und „Foodsaverinnen“ sammeln Lebensmittel bei Partnerbetrieben ein, und bringen diese zur Kirche. Auf diese Art und Weise könnten jährlich rund 2000 Kilo an Nahrungsmitteln an Bedürftige weitergegeben werden. „Mein Ziel ist es, den Lebensmitteln wieder die Wertschätzung zurückzugeben, die sie verdient haben“, betont Kinzer.

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